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Deutschland / Welt Hilfsorganisationen fordern Bekenntnis von Schulz
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14:37 27.07.2017
Hotspot Sizilien: Anfang Juli hat dieses schwedische Marine-Schiff 650 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet und nach Catania gebracht. Quelle: AP
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Berlin

Unmittelbar vor der Ankunft von Martin Schulz auf Sizilien fordert die Hilfsorganisation Sea-Watch vom SPD-Chef politische Unterstützung für den Einsatz der Nichtregierungsorganisationen zur Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge.

„Wir fordern von Martin Schulz ein klares Bekenntnis zur Seenotrettung“, sagte Sea-Watch-Sprecherin Theresa Leisgang dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Deutschland dürfe weder die vielen hundert Ehrenamtlichen noch Italien mit der humanitären Krise alleine lassen. „Wenn Martin Schulz eine politische Alternative sein will, muss er das jetzt unter Beweis stellen“, forderte Leisgang. „Wir brauchen politischen Rückenwind im Mittelmeer.“

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Vorwürfe gegen Helfer

Sea-Watch ist eine von mehreren nichtstaatlichen Hilfsorganisation, die mit Schiffen im Mittelmeer operieren, um Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu retten. In den vergangenen Wochen waren Vorwürfe laut geworden, wonach vor allem Schlepper vom Einsatz der Helfer profitierten.

Leisgang wies diese Behauptung als unbelegt und falsch zurück. „Ohne die Arbeit von privaten Hilfsorganisationen wie Sea-Watch wären im letzten Jahr weit mehr als 5000 Menschen an Europas Außengrenzen ertrunken“, sagte die Sprecherin dem RND. „Für unser Engagement ernten wir aber keinen Dank, sondern Hass“, so Leisgang. „Unsere Rettungseinsätze im Mittelmeer sind ein Bekenntnis zu den Menschenrechts- und Flüchtlingskonventionen, die auch Deutschland ratifiziert hat.“

Am Nachmittag erreicht Schulz Sizilien

Schulz befindet sich derzeit in Italien, um ein Bild von der Flüchtlingssituation in dem Land zu gewinnen. Mittags sind in Rom politische Gespräche mit dem italienischen Premierminister Paolo Gentiloni geplant, nachmittags reist Schulz nach Catania auf Sizilien. Dort will er gemeinsam mit Italiens Innenminister Marco Minniti ein Flüchtlingslager besuchen.

Von Andreas Niesmann/RND

27.07.2017
27.07.2017