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Deutschland / Welt Generation Mitte spürt: Aggressivität in Deutschland steigt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Generation Mitte spürt: Aggressivität in Deutschland steigt
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10:39 12.09.2019
Studie stellt fest: Die 30- bis 59-Jährigen in Deutschland sind unzufrieden mit den Entwicklungen in der Gesellschaft.
Berlin

Über die Hälfte der 30- bis 59-Jährigen sehen die Veränderungen der letzten Jahre in Deutschland kritisch. Das geht aus einer Erhebung hervor, die das Institut für Demoskopie Allersbach für die Deutsche Versicherungswirtschaft (GDV) durchgeführt hat. Demnach gaben 51 Prozent der Befragten an, dass negative Veränderungen im Land überwiegen. Nur 16 Prozent sahen hauptsächlich positive Entwicklungen.

Dabei ist die sogenannte Generation Mitte laut der Erhebung, die seit 2013 jährlich durchgeführt wird, mit ihrer finanziellen Situation so zufrieden wie noch nie. 59 Prozent ziehen eine positive Bilanz, nur 9 Prozent eine eindeutig negative. 44 Prozent der befragten Bürger sagen, dass es ihnen besser geht als vor fünf Jahren.

Zukunft der Wirtschaft sehen Befragte mit Sorge

Trotzdem sorgen sich die 30- bis 59-Jährigen um die Zukunft der deutschen Wirtschaft. 41 Prozent glauben, dass diese eher zurückfallen wird, nur knapp ein Viertel, dass die deutsche Wirtschaft ihre starke Position in den nächsten Jahren verteidigen kann.

Risiken sieht die Generation vor allem im Fachkräftemangel (67 Prozent), in der Politik von Donald Trump (66 Prozent) und darin, dass Deutschland bei wichtigen technologischen Entwicklungen den Anschluss verpasst und der freie Handel immer stärker eingeschränkt wird (je 57 Prozent). Besonders beim Schulunterricht, in der Pflege und in der städtischen und kommunalen Verwaltung schreite die Digitalisierung besonders langsam voran, gaben die Befragten an.

Aggressivität in der Gesellschaft steigt

Neben den wirtschaftlichen Hürden sorgen die mittlere Generation vor allem die gesellschaftlichen Veränderungen. Über 80 Prozent gaben an, den Eindruck zu haben, dass die Aggressivität zunimmt – auch gegenüber Polizisten und Rettungskräfte. Gleichzeitig spüren die Befragten einen steigenden Zeitdruck, erhöhten Egoismus und weniger Respekt voreinander. Besonders im Straßenverkehr sei das zu erleben, gaben die 30- bis 59-Jährigen an.

Den Zusammenhalt in der Gesellschaft halten 57 Prozent der Befragten für „eher schwach“ und 10 Prozent sogar für „sehr schwach“. Nur 18 Prozent halten ihn für stark. So würden besonders die Schichten zu denen man gehört, das Gehalt und die Herkunft (aus Deutschland oder einem anderen Land) die Menschen in der Gesellschaft trennen.

Vor allem für die Ostdeutschen ist die Frage, ob Menschen aus Ost- oder Westdeutschland stammen, ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Während insgesamt nur 35 Prozent der Befragten diesen Punkt als trennend empfinden, sieht jeder zweite Ostdeutsche (55 Prozent) das so (Westdeutsche: 31 Prozent).

Männer und Frauen noch nicht gleichberechtigt

Bei der Gleichberechtigung der Geschlechter sieht die mittlere Generation weiterhin viel Nachholbedarf. Nur jeder vierte Befragte glaubt daran, dass die Gleichberechtigung weitgehend verwirklicht ist, von den Frauen sagen dies sogar nur 18 Prozent. Die größten Defizite sehen die 30- bis 59-Jährigen beim Verdienst und den Karrieremöglichkeiten.

Die 30- bis 59-Jährigen gelten als Leistungsträger der Gesellschaft. Sie stellen 70 Prozent der Erwerbstätigen dar und erwirtschaften über 80 Prozent der steuerpflichtigen Einkünfte. Daher werden sie als wichtiger Indikator für Einstellungen, Erwartungen und Ängste der Gesellschaft herangezogen. Für die Erhebung wurden über 1100 Menschen befragt.

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