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Deutschland / Welt Serbiens Regierungschef von Gedenkfeier vertrieben
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13:52 11.07.2015
Der serbische Ministerpräsidente Aleksandar Vucic wurde von den Demonstranten ausgebuht und massiv bedrängt.
Der serbische Ministerpräsidente Aleksandar Vucic wurde von den Demonstranten ausgebuht und massiv bedrängt. Quelle: dpa
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Srebrenica

Vucic war nach Srebrenica gereist, um mit zahlreichen weiteren Politikern der tausenden muslimischen Jungen und Männer zu gedenken, die dort 1995 von bosnisch-serbischen Truppen ermordet worden waren.

Genozid vor 20 Jahren

Der vor 20 Jahren im ostbosnischen Srebrenica von Serben organisierte Völkermord an mehr als 8000 Muslimen ist nach UN-Angaben „ein Verbrechen gegen die gesamte Menschheit“. So nannte der Vorsitzende des UN-Kriegsverbrechertribunals, Theodor Meron, dieses größte Kriegsverbrechen in Europa nach 1945. Der Bürgermeister von Srebrenica, Camil Durakovic, beschrieb das unfassbare Massaker am Samstag mit den Worten: „Die meisten meiner damaligen Spielkameraden und damit meine Kindheit liegen heute begraben in der Gedenkstätte  Srebrenica.“

Gedenkfeier in alter Batteriefabrik

Tribunal-Staatsanwalt Serge Brammertz berichtete, das UN-Tribunal in Den Haag habe die 20 wichtigsten Befehlshaber des Genozids in Srebrenica vor Gericht gestellt und rund 2000 Zeugen gehört. Er rief die Behörden in Bosnien-Herzegowina und in den Nachbarländern auf, „noch Hunderte Gerichtsverfahren“ gegen die Mittäter einzuleiten, die immer noch unbehelligt lebten.

Die Gedenkfeier fand in der alten Batteriefabrik statt, die den niederländischen UN-Soldaten damals als Hauptquartier gedient hatte. Das sogenannte Dutchbat hatte das Massaker nicht verhindern können, obwohl die UN Srebrenica zur „sicheren Schutzzone“ erklärt hatten.  

afp/dpa