Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Gauck trifft Poroschenko
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Gauck trifft Poroschenko
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:14 16.11.2014
Bundespräsident Joachim Gauck trifft den ukrainischen Präsidenten Petro Oleksijowytsch Poroschenko in Bratislava zu einem Gespräch.
Bundespräsident Joachim Gauck trifft den ukrainischen Präsidenten Petro Oleksijowytsch Poroschenko in Bratislava zu einem Gespräch. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
Anzeige
Bratislava

Es ist der Abschluss der Gedenkfeiern zur friedlichen Revolution in Mittel- und Osteuropa vor 25 Jahren. Doch in Bratislava ist überraschend auch der ukrainische Präsident Poroschenko dabei. Gauck hatte bereits an der Amtseinführung Poroschenkos im Juni in Kiew teilgenommen.

Der slowakische Präsident Andrej Kiska hatte den Ukrainer überraschend zu dem Treffen eingeladen. Kiska setzte damit auch ein deutliches innenpolitisches Signal gegen den sozialdemokratischen Regierungschef Robert Fico, der sich immer wieder skeptisch zur Führung der Ukraine äußert und die EU-Sanktionen gegen Russland kritisiert.

Bei einem Treffen mit Poroschenko am Samstagabend sicherte Fico allerdings der Ukraine Unterstützung bei ihrer Annäherung an die EU zu. Poroschenko betonte dann am Sonntag nach einem Gespräch mit Gastgeber Kiska, die Ukraine gehe jetzt den Weg, den die Slowakei vor 25 Jahren beschritten habe: „Wir kämpfen nicht nur für die Ukraine, sondern für Europa und seine Werte.“

Die „samtene Revolution“ in der damaligen Tschechoslowakei im November 1989 war ein Schlüsselereignis für den Zusammenbruch der Diktaturen in Osteuropa. Am 16. November 1989 demonstrierten in Bratislava Tausende friedlich für Freiheit und Demokratie. Einen Tag später wird eine große Studentenkundgebung in Prag von der Polizei niedergeknüppelt.

Einer der Helden des Umbruchs in der Tschechoslowakei war der spätere Präsident Vaclav Havel. An ihn wird bei den Feiern ebenso erinnert wie an die Demonstrationen, die schließlich zum Sturz der kommunistischen Herrschaft führten.
Am Montagmorgen wollte Gauck zusammen mit den Präsidenten Deutschlands, Polens, Ungarns, der Slowakei und Tschechiens auch der rund 400 Menschen gedenken, die bei Fluchtversuchen aus der damaligen CSSR ums Leben kamen. Danach setzen die fünf Staatsoberhäupter ihr Treffen in Prag fort. Zuvor hatten die Präsidenten bereits in Warschau, Budapest und Leipzig gemeinsam an die friedliche Revolution in Mittel- und Osteuropa vor 25 Jahren erinnert.

Sie wollen damit nach Angaben des Präsidialamts in Berlin unterstreichen, dass die Ereignisse des Jahres 1989 „Teil einer gemeinsamen Freiheitsgeschichte“ sind. Diese Geschichte habe mit den Widerständen gegen die totalitäre Unterdrückung in den frühen 1950er-Jahren begonnen und 1989/90 in der Überwindung der kommunistischen Diktaturen ihren Höhepunkt gefunden.

dpa

Stefan Koch 18.11.2014