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Deutschland / Welt Gabriel will Suche nach Gorleben-Alternative forcieren
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Gabriel will Suche nach Gorleben-Alternative forcieren
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13:20 21.04.2009
Sicherheit hat bei der Endlager-Suche Vorrang: Minister Gabriel. Quelle: Michael Gottschalk/ddp
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„Völlig unabhängig davon, wie man zur Atomenergie steht: Dass wir die moralische Verantwortung haben, ein sicheres Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Deutschland zu finden, steht für mich außer Frage“, sagte der Minister am Dienstag in Berlin. Er kritisierte die Union, die einen entsprechenden Vorschlag vor gut zwei Jahren abgelehnt habe, und warf dem Koalitionspartner eine „Verweigerungshaltung“ vor.

Gabriel plädierte für ein ergebnisoffenes und transparentes Verfahren. „Bei der Suche nach einem Atommüllendlager muss die Sicherheit der Bevölkerung und der Natur an erster Stellung stehen. Wir brauchen nicht irgendeinen Standort, sondern den am besten geeigneten“, betonte Gabriel. Er verwies auf die Schweiz, die ein Standortauswahlverfahren auf den Weg gebracht hat. Dieses könne für Deutschland aus zwei Gründen „beispielhaft“ sein: Zum einen wegen der Festlegung auf Kriterien vor der Auswahl eines Standorts und zum anderen, weil man unterschiedliche Standorte miteinander verglichen habe. Der Minister will sich in den nächsten Wochen mit seinem Schweizer Amtskollegen treffen.

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Er unterstrich, dass bei einer Suche mögliche Standorte in Baden-Württemberg und Bayern ebenso berücksichtigt werden müssten wie jene in Norddeutschland. „Wenn es einen Standort gibt, der besser ist als Gorleben, dann muss es der werden.“ Wenn die Standorte jedoch auch nur gleich geeignet wären wie Gorleben, dann müsste es bei Gorleben bleiben, „denn wir haben dort am meisten Geld investiert“.

Gabriel und SPD-Chef Franz Müntefering besichtigten am Dienstag eine vom Bundesamt für Strahlenschutz erstellte mobile Ausstellung, die über die Endlagerung radioaktiver Abfälle informiert. In den kommenden Wochen soll die Schau an unterschiedlichen Standorten in ganz Deutschland gezeigt werden. Anschließend wird die in zwei Containern präsentierte Schau dauerhaft am Endlagerbergwerk in Gorleben aufgestellt. Weltweit gibt es bislang kein genehmigtes Endlager für hochradioaktive Abfälle aus Atomkraftwerken zur Stromerzeugung.

ddp