Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Gabriel gegen mehr Geld für Banken als für Klimaschutz
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Gabriel gegen mehr Geld für Banken als für Klimaschutz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:05 11.04.2009
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Quelle: Berthold Stadler/afp
Anzeige

"Wenn es um den Finanzmarkt geht, dann sind die Staaten in der Lage, Billionen zu bewegen. Wenn es darum geht, Aids oder andere große Krankheiten zu bekämpfen, Hunger oder auch den Klimawandel, dann sind es Trippelschritte, die wir da machen", sagte Gabriel der Nachrichtenagentur AFP.

"Man ballt schon manchmal die Faust in der Tasche, wenn man sieht, wie schnell das plötzlich geht." Gabriel fügte allerdings hinzu, zu den Maßnahmen zur Krisenbekämpfung gebe es keine Alternative: "Richtig ist aber, dass, wenn wir den Banken nicht helfen, die Lage der Armen noch schlimmer wird." Dann gebe es weltweit nicht nur ein Problem für Klima und Arbeitsplätze, sondern "ein Problem der Demokratie und der Stabilität". Der Minister erinnerte an die Pleite der US-Bank Lehman Brothers, die "Millionen Menschen um ihren Job gebracht hat".

Anzeige

Gleichwohl verstehe er die Empörung darüber, "dass Steuergelder und Arbeitsplätze verloren gehen, weil sich da ein paar Leute dauerhaft bedient haben". Scharfe Kritik übte Gabriel in diesem Zusammenhang an Union und FDP: "Sie haben jahrzehntelang das, was im Finanzsektor passiert, vorbereitet, indem sie das neoliberale Lied von Privatisierung und Deregulierung gesungen haben."

Als wichtigste politische Aufgabe für sich selbst sieht Gabriel den erfolgreichen Abschluss des neuen Weltklimaabkommens im Dezember auf der UN-Konferenz in Kopenhagen. Daher wolle er auch unbedingt über die Bundestagswahl hinaus als Umweltminister im Amt bleiben. "Ich habe keine Lust, vor Kopenhagen dreieinhalb Jahre zu verhandeln, und dann macht die Unterschrift jemand anderes". Für einen Politiker gebe es nicht oft die Gelegenheit, "wirklich weitreichende Entscheidungen zu treffen, die für Generationen und in diesem Fall sogar weltweit die Entwicklung verändern werden".

afp