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Deutschland / Welt G8 beschließen Milliardenhilfe gegen Hunger
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15:48 10.07.2009
Quelle: Eric Feferberg/ afp
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Mit dem Geld soll laut einer gemeinsamen Erklärung vom Freitag eine nachhaltige Entwicklung der Landwirtschaft in den ärmsten Ländern gefördert und so die weltweite Ernährung gesichert werden. Kritik kam von Oxfam und den Grünen.

Die weltweite Wirtschaftskrise und der Anstieg der Lebensmittelpreise hätten zu einem Anstieg von Hunger und Armut in den ohnehin armen Entwicklungsländern geführt, heißt es in der Erklärung der G-8-Staaten, der wichtigsten Schwellenländer (G-5) und afrikanischer Staaten. „Die Zahl der an Hunger und Armut leidenden Menschen übersteigt heute schon die Milliardengrenze.“ Zwar seien die Preise für Nahrungsmittel seit dem Rekordhoch von 2008 wieder gefallen. Sie seien aber auf einem sehr hohen Niveau geblieben und weiterhin sehr instabil. Im vergangenen Jahr hatte es unter anderem in Haiti, Kamerun und Ägypten Proteste und Unruhen wegen hoher Lebensmittelpreise gegeben.

Die G-8-Staaten einigten sich am dritten Tag ihres Gipfels in L’Aquila zudem mit den afrikanischen Staaten auf eine verstärkte Partnerschaft beim Zugang zu Wasser auf dem afrikanischen Kontinent. Sie seien „besorgt über den zunehmenden Wassermangel“ und den fehlenden Zugang zu sanitären Anlagen in einigen afrikanischen Ländern, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Diese Situation sei eines der „wesentlichen Hindernisse“ im Kampf gegen Armut.

Die Hilfsorganisation Oxfam begrüßte die finanziellen Zusagen der G-8-Länder, monierte aber, sie seien nicht ausreichend. Angesichts des „dramatischen Ausmaßes der Hungerkrise“ seien „mindestens 25 Milliarden Dollar“ pro Jahr zusätzlich nötig, erklärte Oxfam. Zudem sei unklar, was davon „tatsächlich neues Geld“ sei und was zu bereits existierenden Budgets gehöre. „Bloße Rechenspiele der G-8 helfen den unterernährten Menschen nicht weiter.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfahl zum Abschluss des Gipfels ein neues zentrales Gremium zur Beratung über die weltweit drängenden Probleme. Das neue Forum könne die G-20-Gruppe sein. Probleme wie der Klimawandel, die Finanzkrise oder der Streit um das iranische Atomprogramm verlangten „gemeinsames Agieren“.

Lob für die Klima-Ergebnisse des Gipfels kam von EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso. Das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen sei „in Stein gemeißelt“ und „ein starkes Signal an die Welt.

Grünen-Politiker Jürgen Trittin erklärte, der Gipfel habe es „konsequent vermieden“, sich um die Finanzkrise zu kümmern und sei auch „klimapolitisch kein Erfolg“ gewesen. Seine Parteikollegin Claudia Roth kritisierte das Treffen als „Ankündigungsweltmeisterschaft“. Das Klimaziel sei „begrüßenswert“, allerdings sei keine „konkrete Handlungsverpflichtung“ formuliert worden.

Vier grüne Bundestagsabgeordnete kritisierten das G-8-Format als „nicht mehr zeitgemäß“ und forderten einen neuen Weltwirtschaftsrat unter dem Dach der UNO. Auch die G-20 habe jedoch keine demokratische Legitimation und schließe die ärmsten Länder aus, erklärte die Gruppe um Thilo Hoppe.

afp