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Deutschland / Welt Ein 79-Jähriger und ein Neu-Genosse wollen SPD-Chefs werden
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16:53 15.07.2019
Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hans Wallow aus Bonn will für den SPD-Vorsitz kandidieren. Quelle: Michael Jung/dpa
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Bonn

Noch anderthalb Monate läuft die Bewerbungsphase für den Vorsitz der SPD. Zwei Duos sind offiziell in das Rennen eingetreten: Michael Roth und Christina Kampmann sowie Karl Lauterbach und Nina Scheer. Nun gibt es zwei weitere Bewerber. Allerdings treten diese alleine an – und sind in der Öffentlichkeit wenig bis gar nicht bekannt.

Der eine ist der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hans Wallow aus Bonn. „Der Tanker SPD ist im Sturm. Vielleicht sitzt er sogar fest im Treibsand und kann nicht vor und zurück. Notwendig ist, dass einer, wenn man im Sturm ist, die letzte Verantwortung trägt“, sagte der 79-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. In einem Schreiben an den kommissarischen Parteichef Thorsten Schäfer-Gümbel hat Wallow seine Kandidatur erklärt.

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Wallow, der Anfang der Achtziger- und in den Neunzigerjahren Mitglied der SPD-Bundestagsfraktion war, nennt selbst seine langjährige Erfahrung als wichtigste Qualifikation. Er wolle die Wirtschaftspolitik seiner Partei reformieren, um eine Wirtschaftsflaute abzuwenden und mehr soziale Gerechtigkeit zu ermöglichen, kündigte er an. Aktuell engagiert sich der pensionierte Beamte des Bundespresseamtes in der Arbeitsgruppe „Migration und Vielfalt“ des SPD-Landesverbands Rheinland-Pfalz.

Damit ein Kandidat oder ein Duo zugelassen werden, müssen sie von mindestens fünf Unterbezirksverbänden der SPD nominiert werden. Unterbezirke entsprechen etwa den Landkreisen und Kreisen. Alternativ ist auch eine Nominierung durch einen Bezirks- oder Landesverband möglich. Wallow hat diese Unterstützer noch nicht gefunden.

„Die SPD ist zur CDU-light geworden“

Das gilt auch für den zweiten Bewerber, den 44-jährigen Björn Kamlah. Der Steuerfachangestellte ist erst seit 2017 Parteimitglied – und dürfte bisher kaum über die Stadtgrenzen Braunschweigs hinaus bekannt sein. Kamlah weiß um die Schwierigkeit seines Unterfangens, ist jedoch zuversichtlich, dass er es mithilfe der sozialen Medien auf die Kandidatenliste schaffen kann. „Wenn ich fünf Unterbezirke von mir überzeugen kann, traue ich mir alles zu“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Seine Kandidatur sei „hundertprozentig ernst gemeint.“

Das SPD-Parteibuch besitzt Kamlah erst seit den letzten Koalitionsverhandlungen vor zweieinhalb Jahren. Damals war er in die Partei eingetreten, um die Große Koalition zu verhindern. Vor allem die inhaltliche Abgrenzung von der CDU ist dem 44-Jährigen wichtig. Er will die Sozialdemokraten eine progressivere Ausrichtung geben: „Die SPD ist zur CDU-light geworden“, kritisiert er.

Von RND/man/dpa