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Deutschland / Welt Er ist das Gesicht der deutschen Gelbwesten-Bewegung
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14:33 01.02.2019
Pro-Diesel-Aktivist Sakkaros: „Die Bürger bekommen jetzt ab, was die Regierung verschlafen hat.“ Quelle: imago/Arnulf Hettrich
Berlin/Stuttgart

Selbst fährt der 26-Jährige Grieche einen 14 Jahre alten Citroen. Einen Euro-4-Diesel, wie er sagt. Normalerweise fährt er mit der S-Bahn zur Arbeit, zwei Mal die Woche mit dem Wagen. Nur: Ab April geht das nicht mehr. Denn dann gilt das Fahrverbot auch für rund 80 000 innerhalb von Stuttgart zugelassene Diesel. Ein neues Auto kaufen? „Sehe ich nicht ein“, sagt der Porsche-Arbeiter. „Ich demonstriere weiter.“

Sakkaros ist das Gesicht der Pro-Diesel-Proteste in der Schwabenmetropole, die bereits seit Jahren wegen dicker Luft – hohen Stickoxid- und Feinstaub-Werten – in den Schlagzeilen ist. Am Donnerstagabend trat der junge Mann mit dem Schnurrbart bei „Maybrit Illner“ auf. Mit schwarzem Anzug präsentierte er sich im TV-Studio. Seine Gelbweste mit der Aufschrift „Schnauze voll“ ließ er daheim in Stuttgart. „Am Ende sind wir die, die draufzahlen müssen“, sagt er. Die Bürger bekämen jetzt alles ab, „was die Regierung verschlafen hat“. Ein neues Auto könnten sich die meisten, die von Fahrverboten betroffen seien, doch gar nicht leisten.

„Ständig auf Zack“

Sakkaros träumt von einer breiten Bürgerbewegung wie einst, als es gegen „Stuttgart 21“ ging, den milliardenschweren Bahnhofsneubau. Mit Stolz trägt er seine gelbe Weste, sieht die Proteste der „Gilets jaunes“ in Frankreich als leuchtendes Vorbild. „Krass viel zu tun“ habe er im Moment. Er sei arg beschäftigt und „ständig auf Zack“, erzählt er, wenn er mit Journalisten spricht. Die große Resonanz freut ihn natürlich. Und doch droht ihm das Ganze allmählich über den Kopf zu wachsen.

Für den heutigen Samstag rechnet Sakkaros mit 2000 Demonstranten bei der von ihm angemeldeten Kundgebung. Beim ersten Mal vor drei Wochen am Neckartor, wo nach wie vor eine so hohe Stickoxid-Belastung gemessen wird wie an keinem anderen Ort der Republik, waren es noch 250 gewesen. „Grüne weg“ und „Lügenpack“, wurde bei der Demonstration skandiert. Und zuletzt mischten sich auch AfD-Politiker und Mitglieder der rechten Alternativ-Gewerkschaft „Zentrum Automobil“ in die Menge. Er hatte Mühe, sie vom Rednerpult wegzuhalten.

Versuche der Vereinnahmung

Sakkaros, Gründer der Bewegung „Kein-Dieselfahrverbot-für-Stuttgart“, steht inzwischen massiv unter Druck. Jeder Bürger dürfe kommen, aber dass die AfD versucht habe, „seine“ Kundgebung zu vereinnahmen, das fand er „ein bisschen blöd, klar“, sagt er diese Woche dem „Deutschlandfunk“. Auch das Antifa-Vertreter erschienen und Flyer verteilt hätten, sei gegen „seine“ Vorgaben gewesen. Den Anspruch der Überparteilichkeit zu halten, wird schwer.

Wie entwickelt sich die Protestbewegung weiter? Pro-Diesel-Aktivist Sakkaros will weiter gegen Vereinnahmungsversuche kämpfen. Und er ist stolz darauf, dass längst auch in anderen Städten der Republik Kundgebungen geplant werden. Jetzt gehe es eben darum, gegen Fahrverbote aufzustehen.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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