Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Drohbrief gegen WDR-Journalisten Restle stellt Verbindung zu Lübcke-Mord her
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Drohbrief gegen WDR-Journalisten Restle stellt Verbindung zu Lübcke-Mord her
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:56 23.07.2019
Hat die Morddrohung gegen den WDR-Journalisten Georg Restle einen rechtsextremen Hintergrund? Begriffe in dem Schreiben sind laut WDR klar aus dem rechtsextremen Milieu. Quelle: Karlheinz Schindler/dpa
Köln

In der Morddrohung gegen einen WDR-Journalisten ist eine direkte Verbindung zum mutmaßlich rechtsextremistisch motivierten Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hergestellt worden.

„Das Schreiben beinhaltet einen Aufruf zum Mord“, sagte eine Sprecherin des Westdeutschen Rundfunks (WDR) der dpa. „Es wird der Kontext zu Walter Lübcke hergestellt.“ Noch sei ein Zusammenhang jedoch nicht erwiesen, es werde ermittelt. Die Drohung richtet sich gegen den Leiter der „Monitor“-Redaktion, Georg Restle, der am 11. Juli in den „Tagesthemen“ kritisch gegen die AfD Stellung bezogen hatte.

So bezeichnete der Journalist die Partei damals als „parlamentarischen Arm“ der Identitären Bewegung – die AfD müsse als „rechtsextremistisch“ eingestuft werden, hatte er weiter gefordert.

Begriffe in dem Schreiben laut WDR aus rechtsextremem Milieu

Der Verfasser habe in seinem Drohbrief Begriffe verwendet, die an sich schon strafrechtlich relevant und dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen seien, sagte die Sprecherin weiter.

Der WDR hatte nach der Morddrohung Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Die Anzeige sei bei der Polizei eingegangen, hieß es von der Kölner Staatsanwaltschaft. Es werde nun wegen mutmaßlicher Bedrohung ermittelt.

WDR-Intendant Tom Buhrow hatte vorige Woche zu dem Geschehen gesagt: „Dass es eine Morddrohung gegen einen unserer Journalisten gibt, entsetzt und erschüttert mich.“

Der 65-jährige Walter Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha mit Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Tatverdächtig ist Stephan E., der in der Vergangenheit Kontakte in die rechtsextreme Szene hatte.

Von RND/dpa