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Deutschland / Welt Drehtür-Effekt in Jobcentern: Ex-Empfänger landen schnell wieder in Hartz IV
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10:37 26.06.2019
In Deutschlands Jobcentern gibt es einen massiven „Drehtür-Effekt“: Viele Hartz-IV-Empfänger, die einen Job erhalten, sind schon bald wieder auf Leistungen angewiesen. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Berlin

In Deutschlands Jobcentern gibt es einen massiven „Drehtür-Effekt“. Im vergangenen Jahr waren Hunderttausende frühere Hartz-IV-Empfänger nach kurzer Zeit wieder auf die staatliche Leistung angewiesen.

„Nach der Grundsicherungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit beendeten im Jahr 2018 rund 1.743.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte den Regelleistungsbezug in der Grundsicherung für Arbeitssuchende.

Von diesen befanden sich rund 23 Prozent innerhalb von drei Monaten wieder in Regelleistungsbezug“, heißt es in der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Susanne Ferschl, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Laut Arbeitsministerium haben im vergangenen Jahr 938 455 Hartz-IV-Empfänger einen sozialversicherungspflichtigen Job angetreten. In 390 661 Fällen gelang im Zeitraum zwischen Januar und Oktober 2018 eine Vermittlung in eine Beschäftigung, die dazu führte, dass die Betroffenen in den nächsten drei Monaten keine Hartz-IV-Leistungen mehr beziehen mussten.

Linke fordert „Kehrtwende am Arbeitsmarkt“

Linken-Expertin Ferschl sieht Nachholbedarf bei der Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. „Die Zahlen machen deutlich: Hartz IV zwingt Menschen mit Sanktionen in miese, oft nur kurzfristige Jobs. So bleiben sie weiter abhängig vom Amt oder kommen - wenn überhaupt - nur kurzzeitig aus dem Hartz-IV-Bezug heraus“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag dem RND.

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Die „Agenda 2010-Politik“ sei eine Sackgasse und habe jeden fünften Erwerbstätigen arm gemacht.

„Die Menschen wollen arbeiten, aber zu würdevollen Bedingungen. Deshalb muss Schluss sein mit der Ausbeutung im Niedriglohnsektor - mit Leiharbeit, Minijobs und Befristungswahnsinn“, so Ferschl weiter. „Wir brauchen endlich eine Kehrtwende am Arbeitsmarkt und politische Rahmenbedingungen für eine Stärkung gewerkschaftlicher Organisationsmacht und der Tarifbindung.“

Korrekturhinweis: Im vierten Absatz haben wir eine Korrektur des Textes vorgenommen.

In der ursprünglichen Fassung hieß es, laut Arbeitsministerium hätten in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres 938 455 Hartz-IV-Empfänger einen sozialversicherungspflichtigen Job angetreten. Diese Angaben beziehen sich jedoch auf das Gesamtjahr 2018. Weiter hieß es, allerdings sei nur in 390 661 Fällen eine Vermittlung in eine Beschäftigung gelungen, die dazu führte, dass die Betroffenen in den nächsten drei Monaten keine Hartz-IV-Leistungen mehr beziehen mussten. Diese Angabe bezieht sich auf die ersten zehn Monate des Jahres 2018.

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Von Rasmus Buchsteiner/RND

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