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Deutschland / Welt „Die Institutionen hechelten den Ereignissen hinterher“
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Die Institutionen hechelten den Ereignissen hinterher“
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07:30 07.01.2019
Bundesinnenminister Horst Seehofer: Die Aufklärung des Hackerangriffs fällt in seinen Bereich. Quelle: epd-bild/Christian Ditsch
Berlin

Wie man es auch dreht und wendet: Die deutschen Sicherheitsbehörden sahen und sehen beim am Freitag bekannt gewordenen mutmaßlichen „Hackerangriff“ auf Politiker, Journalisten und zahlreiche andere Prominente ziemlich schlecht aus. Und das gilt für alle Phasen des Skandals. Obwohl die heiklen Informationen seit Wochen durchs Internet zirkulierten, wurden sie offenbar nicht von sich aus aufmerksam und blieben auch nach einschlägigen Hinweisen aus dem Parlament zunächst eher passiv. Ja, führende Politiker erfuhren von Parteifreunden oder aus den Medien vom massenhaften Abfluss sensibler Daten. Die zuständigen Institutionen hechelten den Ereignissen erkennbar hinterher.

Man mag die allgemein einschläfernden Feiertage als mildernden Umstand ins Feld führen. Dennoch bleibt es dabei: Obwohl der Cyber-Sicherheitsapparat in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut wurde, ist eben dieser Apparat nicht auf Ballhöhe – egal ob aus Lethargie, Unvermögen oder weil Cyberabwehr nun mal ein schwieriges Geschäft ist. Etwas anderes kommt hinzu: Auch wenn man Horst Seehofer nichts Böses will, so muss man doch nüchtern feststellen, dass er von der Online-Welt wenig versteht und bis heute auch wenig Interesse an ihr hat erkennen lassen. Sein Augenmerk gilt bekanntlich anderen Themen. Es ist jedenfalls kein Zufall, dass sich der CSU-Politiker zuletzt so still verhalten hat und jetzt durch die Vorladung der Chefs von BKA und BSI nacharbeiten muss.

Nein, der „Hackerangriff“ ist beileibe nicht Seehofers Schuld. Doch dessen Bewältigung fällt fraglos in seine Verantwortung – was ein gewisses Verständnis für die Komplexität der Dinge und den Willen zur Beseitigung der Missstände voraussetzt. Man darf und muss bezweifeln, ob er dieser Verantwortung gewachsen ist.

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Von Markus Decker/RND

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