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Deutschland / Welt Hongkong: Twitter sperrt 936 chinesische Propaganda-Profile
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Hongkong: Twitter sperrt 936 chinesische Propaganda-Profile
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20:43 19.08.2019
Twitter reagiert auf die Proteste in Hongkong. Quelle: imago images / ITAR-TASS
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Hongkong

Chinesische Propaganda-Profile auf Twitter stellen die Massendemonstrationen in Hongkong als Werk vom Ausland gesteuerter Radikaler da. Der Kurznachrichtendienst sperrt nun 936 Profile, die er als koordinierte chinesische Desinformation bezeichnet.

Über eine Million Menschen waren in Hongkong am Wochenende auf die Straße gegangen, um für mehr Demokratie zu demonstrieren. Seit bereits mehr als zwei Monaten verabreden sich die Protestler regelmäßig.

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Auch sie nutzen dafür massenhaft soziale Medien: Um von der Polizei nicht daran gehindert zu werden, haben sie kreative Methoden entwickelt. Die Hongkonger nutzen laut der South China Morning Post unter anderem die Datingplattform Tinder, das Handyspiel Pokémon Go und das Live-Streaming-Videoportal Twitch, um sich zu organisieren.

Da soziale Netzwerke wie Facebook und WhatsApp vom Staat kontrolliert werden, setzen die Protestler zunehmend auf andere Onlineplattformen. Tinder kommt dabei am häufigsten zum Einsatz: Wer sich in Hongkong durch die potentiellen Datingpartner swiped, stößt immer wieder auch auf Bilder von Protestplänen, auf denen Ort und Zeit von Demonstrationen vermerkt sind.

Auch die mit dem Handyspiel Pokémon Go verbundene Chat-App wurde bereits für Verabredungen genutzt. Da die Polizei viele Demonstrationen nicht genehmigt, verabreden sich Protestler kurzerhand zum vermeintlichen gemeinsamen Spielen. Dafür werden die Aufrufe als spezielle Pokémon-Events getarnt.

Aufrufe per Bluetooth oder Live-Portal

Über kürzere Distanzen nutzen die Demonstranten zudem den Apple-Dienst AirDrop, bei dem über Bluetooth Aufrufe zu Kundegebungen etwa in U-Bahnen verbreitet werden können. Sogar das Portal Twitch, das eigentlich für Live-Übertragungen von Videospielen genutzt wird, binden die Hongkonger in ihre Proteste mit ein: Sympathisanten können die Demonstrationen über die Plattform live verfolgen und sich dort austauschen.

Die Protestler gehen unter anderem für demokratische Wahlen, den Rücktritt der Regierungschefin Carrie Lam und die unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt auf die Straßen. Entzündet hatten sich die Demonstrationen an einem Gesetzentwurf, der die Auslieferung Verdächtiger an China ermöglichen soll.