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Deutschland / Welt Chef des Akw Krümmel räumt Posten
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Chef des Akw Krümmel räumt Posten
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13:06 07.07.2009
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Vor dem Wiederanfahren des Akw Ende Juni sei eine Überwachungseinrichtung des Maschinentransformators nicht wie vorgesehen installiert worden, erklärte Vattenfall am Dienstag in Hamburg. Aufgrund dieses Versäumnisses habe Lucht darum gebeten, von seinen Aufgaben als Leiter der Anlage entbunden zu werden. Der Energiekonzern setzte zunächst einen kommissarischen Nachfolger ein.

Das Akw hatte nach zweijährigem Stillstand infolge eines Trafobrandes 2007 erst vor knapp zwei Wochen wieder den Betrieb aufgenommen. Aufgrund eines erneuten Kurzschlusses in einem Transformator und nach mehreren technischen Problemen hatte sich der Meiler am vergangenen Samstag wieder abgeschaltet. Vattenfall kündigte nun an, die Transformatoren auszutauschen. Beide Maschinentransformatoren würden durch neue ersetzt, bevor das Kraftwerk wieder ans Netz gehe. Beschaffung und Installation der neuen Trafos dürften demnach mehrere Monate dauern. Krümmel hat laut Vattenfall noch eine Restlaufzeit von acht bis neun Jahren vor sich.

Die für die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständige Kieler Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) begrüßte, dass der Betreiber kurzfristig die Forderung „Erneuern statt Reparieren“ erfülle und neue Transformatoren anschaffe. Diese Entscheidung „beendet jedoch nicht die grundsätzliche politische Debatte über eine Stilllegung von Krümmel“, erklärte Trauernicht.

Mehrere norddeutsche Grünen-Politiker stellen am Dienstag Strafanzeige gegen die Akw-Verantwortlichen. „Offenbar vernachlässigen die Betreiber angesichts der Erwartung von Einnahmen in Milliardenhöhe die erforderlichen Sicherheits- und Sorgfaltspflichten“, heißt es in dem Schreiben an die Staatsanwaltschaft Lübeck. Unter anderem lege das Wiederanfahren des Akw mit einem Transformator, dessen baugleiches Pendant bereits 2007 zu einem „gefährlichen Zwischenfall“ geführt habe, „auch eine grobe Verletzung von konkreten verwaltungsrechtlichen Pflichten nahe“. Das „Krümmel-Risiko“ sei für die gesamte Region Hamburg untragbar geworden, begründete der Grünen-Bundestagsabgeordnete Manuel Sarrazin die Anzeige.

afp