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Deutschland / Welt Caffier informiert Betroffene jetzt doch über „Nordkreuz“-Listen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Caffier informiert Betroffene jetzt doch über „Nordkreuz“-Listen
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16:44 22.07.2019
Nun also doch: Weil infolge der Berichterstattung über die „Nordkreuz“-Listen eine größere Verunsicherung wahrzunehmen sei, will Lorenz Caffier (CD), Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, die Betroffenen informieren. Eine Gefährdung sieht er derzeit dennoch nicht. Quelle: Jens Büttner/dpa
Schwerin

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) schließt eine aktuelle Gefährdung der auf Namenslisten der „Prepper“-Gruppe „Nordkreuz“ aufgeführten Personen weiterhin aus, will die Betroffenen nun aber doch informieren. Die ersten Schreiben seien bereits am Montag versandt worden, teilte Caffier in Schwerin mit.

Infolge der Berichterstattung „und einiger unzutreffender Bewertungen“ sei eine größere Verunsicherung wahrzunehmen. Daher habe er sich entschlossen, alle betroffenen rund 1200 Personen und Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern zu informieren, sagte der Minister. Begriffe wie „Feindes- oder Todesliste" seien nach Einschätzung aller an dem Verfahren beteiligten Behörden jedoch konsequent zurückzuweisen, betonte der Minister.

Listen wurden 2017 bei Anti-Terror-Razzia gefunden

Bei einer Anti-Terror-Razzia in Mecklenburg-Vorpommern waren 2017 und 2018 Listen mit Namen sichergestellt worden, die unter anderem aus einem Datendiebstahl bei einem Onlineversand von 2015 stammen sollen. Die Listen umfassen knapp 25.000 Namen und Adressen politischer Gegner von „Nordkreuz“. Die Bundesanwaltschaft hatte damals Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat aufgenommen, die noch nicht abgeschlossen sind.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen ein Rostocker Anwalt und ein suspendierter Polizist aus einem Dorf bei Schwerin, die beide der „Prepper-Szene angehören sollen. „Prepper“ bereiten sich auf schwere Krisen oder einen Zusammenbruch des Staats vor, legen Vorräte an und versorgen sich teilweise auch mit Waffen. Aus Vernehmungsprotokollen des Bundeskriminalamtes ging zudem Anfang Juli hervor, dass Namen und Adressen aus ganz Deutschland gesammelt worden sind.

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Von RND/dpa