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Deutschland / Welt Bolsonaro erlaubt Brasilianern mehr Schusswaffen
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19:15 15.01.2019
Brasiliens Präsident, Jair Bolsonaro.
Brasiliens Präsident, Jair Bolsonaro. Quelle: Eraldo Peres/AP
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Brasilia

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat wie im Wahlkampf bereits angekündigt das Waffenrecht in dem südamerikanischen Land liberalisiert. Künftig können Brasilianer – ab 25 Jahren – bis zu vier Schusswaffen kaufen und zuhause oder am Arbeitsplatz aufbewahren. „Das Volk will Waffen und Munition kaufen und wir können ihm das nicht verweigern“, sagte Bolsonaro bei der Unterzeichnung des Dekrets am Dienstag.

Bislang mussten die Bürger einzeln nachweisen, warum sie eine Waffe benötigen. Das Recht, Waffen im öffentlichen Raum zu tragen, wird in dem Dekret nicht behandelt. Auch andere Beschränkungen bleiben bestehen: So müssen Waffenkäufer ihre psychologische Befähigung nachweisen.

Bolsonaro erklärte, es sei das „legitime Recht der Bevölkerung, eine Waffe zur Verteidigung zu besitzen“. Nach seiner Überzeugung wird so die Kriminalität gesenkt. Kritiker befürchten allerdings einen Anstieg der Gewalt.

Brasilien ist eines der gewalttätigsten Länder der Welt. Im Jahr 2017 wurden über 63 000 Menschen getötet. Mit der Liberalisierung des Waffenrechts will Bolsonaro den Schutz der Bevölkerung verbessern.

71 Prozent aller Morde durch Schusswaffen

Der Sicherheitsexperte Felippe Angeli vom Institut Sou da Paz verweist darauf, dass rund 71 Prozent der Morde in Brasilien mit Schusswaffen verübt werden. Alle wissenschaftlichen Studien zeigten, dass mit einer Liberalisierung des Waffenrechts die Gewalt zunehmen werde, erklärte er. Zuletzt hatten sich 61 Prozent der Brasilianer in einer Umfrage gegen eine Liberalisierung des Waffenrechts ausgesprochen.

Von RND/dpa/epd