Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Deutschland / Welt Berlusconi will Flüchtlinge aus Lampedusa abschieben
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Berlusconi will Flüchtlinge aus Lampedusa abschieben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:52 09.04.2011
Italiens Ministerpräsident Berlusconi war bereits zum zweiten Mal in zwei Woche zu Gast auf Lampedusa.
Italiens Ministerpräsident Berlusconi war bereits zum zweiten Mal in zwei Wochen zu Gast auf Lampedusa. Quelle: dpa
Anzeige

Nach dem Abtransport der meisten Flüchtlinge von der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sind auf dem Eiland neue Migranten eingetroffen. In der Nacht zum Samstag erreichte ein aus Libyen kommendes Schiff mit mehr als 500 Menschen die Insel, wie Medien berichteten. Im Tagesverlauf kamen etwa 250 weitere Migranten aus Nordafrika an. Ein Teil der Neuankömmlinge wurde auf das Festland gebracht, bevor Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen Lampedusa besuchte.

In den vergangen Tagen hatte Italien mehrere Tausend Flüchtlinge von der völlig überfüllten Insel weggebracht und auf andere Aufnahmelager verteilt. Berlusconi hatte dies bei seinem ersten Besuch am 30. März versprochen und betonte nun im Gespräch mit Bewohnern der Insel, er habe Wort gehalten. „Alles ist unter Kontrolle.“ Wenige Stunden zuvor plädierte er in Rom für einen würdevollen, humanen Umgang mit den Migranten und erinnert daran, dass weltweit 60 Millionen Nachkommen italienischer Auswanderer lebten.

In den vergangenen Wochen hatten sich zeitweise bis zu 6000 Immigranten unter unerträglichen Bedingungen auf der kleinen Insel aufhalten müssen. Vor wenigen Tagen waren beim Kentern eines Flüchtlingsbootes vor Lampedusa vermutlich etwa 250 Menschen ums Leben gekommen.

Seit Beginn der Unruhewelle in Nordafrika im Januar waren nach Angaben des italienischen Innenministeriums 22.000 vorwiegend tunesische Flüchtlinge auf der Insel angekommen. Zuletzt nahm die Zahl der Bootsflüchtlinge aus Libyen zu.
Rom hat mit der neuen Regierung in Tunis mittlerweile vereinbart, dass die dortigen Küsten verstärkt kontrolliert und Neuankömmlinge in Italien künftig direkt zurückgebracht werden.

dpa