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Deutschland / Welt Berlin belohnt Tapferkeit
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Berlin belohnt Tapferkeit
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21:37 06.07.2009
Von Reinhard Urschel
Bundeskanzlerin Angela Merkel zeichnet Soldaten mit Tapferkeitsmedaillen aus.
Bundeskanzlerin Angela Merkel zeichnet Soldaten mit Tapferkeitsmedaillen aus. Quelle: Michael Gottschalk/ddp
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Auch weil die äußere Form des neuen Ehrenzeichens der Bundeswehr an das Eiserne Kreuz der deutschen Wehrmacht erinnert, war in Politik und Gesellschaft frühzeitig Unbehagen darüber laut geworden. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sahen sich denn auch veranlasst, jede vorbeugende Kritik entschieden zurückzuweisen. Merkel sagte bei der Zeremonie im Kanzleramt, der Einsatz der Soldaten sei ein „Ansporn, nicht nur für Ihre Kameraden, sondern für uns alle“. „Eine Armee im Einsatz braucht eine solche Auszeichnung“, sagte sie. „Unsere Soldatinnen und Soldaten müssen für ihren Einsatz mehr Anerkennung erhalten.

Tapferkeit ziele heute auf die „Wahrung und Verteidigung von Recht und Freiheit“, betonte Merkel. Die Einsätze der Bundeswehr dienten den nationalen Sicherheitsinteressen und seien mit sehr hohen Risiken verbunden. Die vier ausgezeichneten Soldaten sind die Hauptfeldwebel Henry Lukacz aus Jena, Jan Berges aus Siegen, Alexander Dietzen aus Kaiserslautern und Oberfeldwebel Markus Geist aus Würzburg. Sie erhielten das neue Ehrenkreuz für „besonders tapferes Verhalten bei außergewöhnlicher Gefährdung von Leib und Leben“. Sie hatten nach einem Selbstmordanschlag in Afghanistan unter Gefährdung des eigenen Lebens verletzten Soldaten und Kindern geholfen.

Am 20. Oktober 2008 waren sie nur 500 Meter entfernt, als ein deutsches Einsatzfahrzeug während einer Patrouille südwestlich von Kundus Ziel eines Selbstmordattentäters wurde. Bei dem Anschlag wurden zwei deutsche Soldaten getötet, zwei weitere verwundet. Fünf afghanische Kinder wurden durch die Explosion getötet, ein weiteres verletzt. Die vier Feldwebel eilten zum Anschlagsort und halfen den Verletzten, obwohl das Fahrzeug brannte und Munition explodierte. Damit haben sie nach Auffassung der Bundeswehrführung außergewöhnliche Kameradschaft und Tapferkeit bewiesen und sich den Orden verdient. „Sie sind durch ihren Einsatz für Recht und Freiheit zum Vorbild für Ihre Kameradinnen und Kameraden geworden“, sagte Jung.

Das Ehrenkreuz ist die fünfte Stufe der von der Bundeswehr verliehenen Auszeichnungen. Bislang gab es vier Ehrenzeichen, die 1980 vom damaligen Verteidigungsminister Hans Apel (SPD) eingeführt wurden. Jung hatte den Entschluss für einen neuen höchsten Orden im Oktober des vergangenen Jahres mit der gestiegenen Gefahr für Leib und Leben in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr begründet. Bis 1945 war 130 Jahre lang das Eiserne Kreuz die Tapferkeitsmedaille des deutschen Militärs. Allein im Zweiten Weltkrieg wurde es etwa 2,3 Millionen Mal verliehen.