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Deutschland / Welt Barack Obama begeistert in Köln – heute empfängt ihn Merkel in Berlin
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10:16 05.04.2019
Obama Barack Obama in der Kölner Lanxess-Arena. Quelle: Inka Englisch/dpa
Köln

Die Welt sollte weiblicher werden – das ist eine der zentralen Botschaften, die Barack Obama (57) am Donnerstag bei seinem Auftritt in der Kölner Arena formulierte. „Während meiner Präsidentschaft gab es eine Menge starke Frauen in mächtigen Positionen,“ sagte der frühere Präsident der USA (2009 bis 2017).

Weil sie oft nicht so gehört worden wären wie ihre männlichen Kollegen, habe er die Frauen ermutigt, stärker in den Vordergrund zu treten. „Den Männern“, sagte er, „habe ich gesagt, dass sie sich mehr zurückhalten dürfen.“

Obama war Stargast einer Veranstaltung in der Lanxess-Arena mit dem großen Titel „World Leadership Summit“. Das Programm lief schon über eine halbe Stunde, als unabhängig vom aktuellen Geschehen bemerkenswerter Jubel aufbrandete. Obama (57) war eingetroffen. Und keine Frage: Der Ex-Präsident, für diesem Abend engagiert als Inspiration und Interview-Gast gleichermaßen, fasziniert die Menschen nach wie vor mit Charme, Charisma und Ausstrahlung. Ja, er kann es. Immer noch.

Bei der Veranstaltung sollte es um Führung in unsteten Zeiten gehen – mehrere Redner und Beiträger beackerten dieses Themenfeld. Die große Mehrheit der 14.000 Besucher war aber gekommen, um Obama zu erleben, den großen Redner und einst mächtigsten Mann der Welt. Im Gespräch mit dem Motivationstrainer Cristian Gálvez gewährt er Einblicke in die Entscheidungsnöte und - notwendigkeiten im Weltmaßstab.

Pariser Klimaabkommen: Obama fordert Wiedereintritt der USA

Das Streben nach Frieden auf der einen Seite und der viel kritisierte Befehl zum Einsatz von Drohnen als „Teil einer Kriegsrealität“ skizzieren dieses Spannungsfeld. Obama verwies aber auch auf die Fortschritte: Deutschland sei wiedervereinigt, Mandela freigelassen geworden, die Lebensqualität auf der Welt steige, die Armut sinke, es gebe mehr Toleranz für Menschen aller Religionen. Auch für Frauen, Transgender, Homosexuelle verbessere sich die Situation in vielen Ländern.

Er sprach sich dafür aus, dass die USA die Ziele des Pariser Klimaabkommens anerkennen – „ich bin mir aber nicht sicher“, fügte er hinzu, „ob die Vereinigten Staaten die Führungsrolle in dieser Frage übernehmen.“

Und überhaupt würde er auf die Jugend setzten: Wenn alle jungen Leute zur Wahl gingen und dabei für klimafreundliche Parteien stimmten, könnten sie sehr schnell Veränderung zustande bringen. Er sage jungen Leute immer: „Ihr würdet euren Großvater niemals darüber entscheiden lassen, was ihr anzieht oder welche Musik ihr euch anhört. Aber ihr lasst ihn darüber entscheiden, was mit der Umwelt geschieht, in der ihr leben werdet?„

Spitze gegen Donald Trump – und Zeit nach der Präsidentschaft

Bei seinem Auftritt griff Obama indirekt seinen Nachfolger an. Er betonte, dass Entscheidungen und Diskussionen auf der Grundlage von Fakten stattfinden müssten. „Eine Demokratie definiert sich darüber, dass sie unterschiedliche Meinungen zulässt, aber sie kann nicht funktionieren, wenn grundlegende Fakten infrage gestellt werden“, gab Obama zu Bedenken.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt 2017 hat er sich nach eigenen Worten erst einmal ausgeruht. „Michelle und ich haben erstmal sehr lange geschlafen“, sagte der US-Politiker in Köln. Er habe danach auch bestimmte Dinge erstmal wieder lernen müssen. „Ich musste mir selbst Kaffee machen. Ich wusste gar nicht, wie die Maschine funktioniert.“

Sein erster selbst gemachter Kaffee habe denn auch sehr schlecht geschmeckt. Außerdem habe er sich im neuen Heim der Familie in Washington etwas Platz erobern müssen, weil sich die anderen Familienmitglieder überall ausgebreitet hätten.

Am Freitag wird Obama an mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu einem vertraulichen Gespräch zusammentreffen. Obama hatte in seiner Amtszeit eng mit Merkel zusammengearbeitet. Das Gespräch am Nachmittag sei nicht presseöffentlich, teilte eine Regierungssprecherin mit. Im Mittelpunkt dürfte das transatlantische Verhältnis stehen.

Die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland haben sich seit dem Amtsantritt von Obamas republikanischem Nachfolger Donald Trump als US-Präsident deutlich verschlechtert. Zwischen Merkel und Obama hatte sich in dessen achtjähriger Amtszeit eine Art politische Freundschaft entwickelt.

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