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Deutschland / Welt Armenien und Türkei schließen historisches Abkommen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Armenien und Türkei schließen historisches Abkommen
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21:29 10.10.2009
Die Türkei und Armenien haben ein  historisches Abkommen zur Normalisierung ihrer Beziehungen  geschlossen.
Die Türkei und Armenien haben ein historisches Abkommen zur Normalisierung ihrer Beziehungen geschlossen. Quelle: afp
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Die Unterzeichnung hatte sich wegen armenischer Bedenken gegen geplante Ansprachen bei der Zeremonie um mehrere Stunden verzögert.

Der armenische Außenminister Edouard Nalbandian und sein türkischer Kollege Ahmet Davutoglu schüttelten sich nach der Unterzeichnung in der Universität von Zürich demonstrativ lange die Hand. Ursprünglich hatten beide bereits um 17.00 Uhr ihre Unterschrift unter das Abkommen setzen solle. Es habe aber „in letzter Minute“ Schwierigkeiten mit der armenischen Seite gegeben, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums.

Diplomatenangaben zufolge ging es bei diesen Schwierigkeiten um bei der Zeremonie geplante Ansprachen. Nach fieberhaften Verhandlungen wurde das Abkommen dann letztlich doch noch unterzeichnet - mit mehr als dreistündiger Verspätung und ohne jede Ansprache. Alle Beteiligten hätten sich darauf geeinigt, die geplanten Erklärungen einfach wegzulassen, um das armenische Problem aus dem Weg zu räumen, hieß es aus türkischen Diplomatenkreisen.

Das Abkommen besteht aus zwei Verträgen, die die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und die Wiedereröffnung der Grenze zwischen beiden Ländern vorsehen. Die Türkei hatte nach der Unabhängigkeit der ehemaligen Sowjetrepublik Armenien im Jahr 1991 keine Beziehungen zu dem Land aufgenommen. Grund ist vor allem der Streit um die Massaker an Armeniern zur Zeit des Osmanischen Reichs im Ersten Weltkrieg.

Wegen des Massakers ist das Abkommen vor allem in Armenien sehr umstritten. Präsident Sersch Sarkissjan wandte sich deshalb am Samstag nochmals in einer Rede an die Nation an seine Landsleute. Dabei betonte er, dass es „keine Alternative“ zu dem Normalisierungsabkommen mit der Türkei gebe.

Die Unterzeichnung fand im Beisein der Außenminister der USA, Russlands, Frankreichs und der Schweiz statt. Für die EU war ihr Chefdiplomat Javier Solana in Zürich, der Armenien und der Türkei verbesserte Beziehungen zur Europäischen Union in Aussicht stellte. Es gebe „keinen Zweifel“ daran, dass das Abkommen wichtig für das Verhältnis beider Länder zur EU sei, sagte er. Die Vereinbarungen seien für alle Seiten „sehr gut“. Er hoffe, die Parlamente Armeniens und der Türkei würden den Verträgen schnell zustimmen.

afp