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Deutschland / Welt Armeeveteran soll Anschlag auf Neonazi-Kundgebung geplant haben
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Armeeveteran soll Anschlag auf Neonazi-Kundgebung geplant haben
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08:11 30.04.2019
Das Wappen des FBI – hier zu sehen in der US-Botschaft in Berlin (Symbolfoto). Quelle: Tim Brakemeier/dpa
Long Beach

Sicherheitsbehörden in Kalifornien haben einen Bombenanschlag auf weiße Nationalisten und Rassisten vereitelt. Ein Verdächtiger habe bei einer geplanten Demonstration von Neonazis in der Stadt Long Beach einen Sprengsatz zünden wollen, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag (Ortszeit) mit.

Der Mann sei am vergangenen Freitag festgenommen worden. Er hatte zuvor einen Park in Long Beach besucht, wo er eine Bombe vor der Kundgebung habe platzieren wollen, hieß es. Die für Sonntag geplante Veranstaltung fand letztlich nicht statt, doch versammelte sich eine große Gruppe von Gegendemonstranten.

Wie aus Gerichtsakten hervorging, handelt es sich beim Festgenommenen um einen Armeeveteran, der in Afghanistan diente und zum Islam konvertiert sei. Er habe Vergeltung für den Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland mit 50 Toten Mitte März üben wollen. Mit einem FBI-Informanten sprach er über diverse andere Anschläge.

Mann soll auch Bombenanschlag auf Santa Monica Pier erörtert haben

Ermittlern fiel der Armeeveteran schon Anfang Mai mit einer im Netz geposteten Botschaft auf, laut der „Amerika ein neues Vegas-Event braucht“. Dies wurde als Verweis auf das Schusswaffenmassaker in Las Vegas mit 59 Toten 2017 gewertet. Ein solches Ereignis, so der Verdächtige weiter, solle Unruhen unter Zivilisten auslösen, um Amerika zu schwächen.

Mit dem Informanten soll der Verdächtige zunächst bewaffnete Angriffe mit Gewehren auf Juden auf dem Weg zur Synagoge, auf Polizeibeamte, eine Kirche oder Militärbasis erörtert haben. Erwogen habe er später auch einen Bombenanschlag auf den bekannten Santa Monica Pier: Ein Anschlag im Sommer auf den beliebten Touristenort würde hohe Opferzahlen fordern, da die Leute in der Enge nicht entkommen würden, erklärte er.

Schließlich habe er sich auf die Idee verlegt, einen selbst gebauten Sprengsatz bei der Demonstration weißer Rassisten fernzuzünden, wie Beamte mitteilten. Der Informant habe dann den Kontakt zu einem vermeintlichen Bombenbauer hergestellt, bei dem es sich aber um einen verdeckten Ermittler handelte. Dieser gab ihm dann in Schnellkochtöpfen deponierte Sprengsätze mit Nägeln. Als er später den mutmaßlichen Anschlagsort in einem Park begutachtete, erfolgte der Zugriff einer FBI-Spezialeinheit.

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Von RND/AP