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Deutschland / Welt Althaus wieder zurück im Regierungsamt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Althaus wieder zurück im Regierungsamt
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17:14 20.04.2009
Dieter Althaus ist wieder zurück im Regierungsamt. Quelle: Jens-Ulrich Koch/ddp
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Er werde mit “100 Prozent“ wieder in die Arbeit einsteigen und politische Verantwortung übernehmen, sagte Althaus in der Erfurter Staatskanzlei vor Journalisten. Zugleich räumte er seine Schuld an dem Skiunfall ein, bei dem am Neujahrstag in Österreich eine Frau starb.

Wegen des Unfalls wurde Althaus von einem österreichischen Gericht in einem Blitzverfahren in Abwesenheit wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Er selbst erlitt bei dem Unfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und verbrachte die vergangenen Monate in der Rehabilitation.

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Der Unfall habe sein Leben, aber vor allem das Leben der Familie der bei dem Skiunfall getöteten Frau nachhaltig belastet, sagte Althaus bei der Pressekonferenz. „Ich trage schwer daran“, erklärte der 50-Jährige. Althaus verwies darauf, dass die Schuldfrage aus dem Unfallgutachten klar hervorgehe. Er übernehme die Verantwortung und „selbstverständlich“ auch die Schuld, sagte Althaus, der selbst keine Erinnerung an den Unfall hat.

Hinsichtlich seines Gesundheitszustandes sagte Althaus, er habe alles dafür getan, dass er sein Amt „mit der notwendigen körperlichen Konstitution“ ausfüllen könne. Er habe während seiner Genesung zu keinem Zeitpunkt daran gedacht, dass er dies nicht mehr bewältigen könnte. „Ich fühle mich gut, ich fühle mich fit“, sagte der CDU-Politiker, der auch Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl am 30. August ist. Die CDU werde alles tun, um ihre absolute Mehrheit zu verteidigen, fügte Althaus hinzu.

Als Schwerpunkte für die kommenden Monate nannte er neben den Landtags-, Europa- und Kommunalwahlen die Bewältigung der Wirtschaftskrise für die Thüringer Unternehmen. Althaus kündigte für Freitag Gespräche mit Opelführung an. Thüringen wolle dem Unternehmen ein Unterstützungspaket des Landes zur Rettung des Eisenacher Opelwerkes anbieten. Einzelheiten nannte Althaus nicht. Noch in dieser Woche stehen laut Althaus weitere Termine an, so die Kabinettssitzung am Dienstag, die Eröffnung der Landwirtschaftsausstellung Agra in Leipzig und ein Besuch der Hannover-Messe.

Der Spitzenkandidat der Linken zur Landtagswahl, Bodo Ramelow, lehnte einen Alleingang Thüringens bei Opel ab. Thüringen müsse vielmehr Teil eines Konsortiums werden. Kritik äußerte Ramelow auch an den Äußerungen von Althaus zum Skiunfall. Er warf dem Ministerpräsidenten vor, dieser könne nicht mit seiner persönlichen Schuld an dem Unfall umgehen, sondern „verschanzt“ sich vielmehr hinter dem Gutachten. Der Thüringer SPD-Chef Christoph Matschie sagte der „Leipziger Volkszeitung“ vom Montag, die CDU müsse sich jetzt endlich wieder um die wirtschatlichen Probleme des Landes kümmern, statt sich weiter um die persönliche politische Zukunft von Althaus zu sorgen.

afp