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Deutschland / Welt Absage von Osterfeuern: Warum ein Experte dies für richtig hält
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Absage von Osterfeuern: Warum ein Experte dies für richtig hält
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10:32 19.04.2019
Quelle: Rainer Jensen/dpa
Berlin

Der deutschlandweit einzige Professor für Feuerökologie, Johann Georg Goldammer, hat angesichts der Trockenheit vor Landschaftsbränden zu Ostern gewarnt und es deshalb begrüßt, dass in diesem Jahr viele Osterfeuer in Brandenburg, aber auch in anderen Teilen Ostdeutschlands abgesagt wurden.

„Grundsätzlich halte ich es für richtig, angesichts der hohen Gefahr von Landschaftsbränden Osterfeuer abzusagen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wir müssen uns grundsätzlich den Realitäten stellen und gegebenenfalls davon Abschied nehmen, dass wir unbegrenzt Freude und Spaß an alten Bräuchen haben können.“ Es finde da ja vielerorts bereits ein Umdenken statt.

Goldammer fügte hinzu, Funkenflug könne tückisch sein, und darum seien Vorsichtsmaßnahmen seitens der Behörden verständlich. Hinzu komme „die Traumatisierung vieler Feuerwehren im Land, die feststellen mussten, dass sie doch einige Probleme mit der Bewältigung von Landschaftsbränden haben. Da sitzt auch eine gewisse Angst in den Knochen.“ Schließlich habe sich in den meisten Gemeinden und Landkreisen in Hinblick auf Material und Ausbildung seit dem vergangenen Jahr noch nichts verändert.

Angst vor Bränden wie 2018

Goldammer spielte damit auf Brandenburg an, wo es im Sommer 2018 ebenso wie in anderen Teilen Europas große, lang anhaltende Brände gab. In dem Land gilt inzwischen in allen Landkreisen mindestens die zweithöchste Waldbrand-Gefahrenstufe 4, teilweise sogar die höchste Warnstufe 5.

Goldammer ist Professor für Feuerökologie an der Universität Freiburg und leitet überdies das Global Fire Monitoring Center, das ebenfalls in der Uni Freiburg sitzt, aber dem Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz zugeordnet ist.

Feuerwehrverband: Erhöhte Aufmerksamkeit

Die Sprecherin des Deutschen Feuerwehrverbandes, Silvia Darmstädter, sagte dem RND: „Die größere Zahl von Vegetationsbränden im vorigen Jahr hat zu einer erhöhten Aufmerksamkeit geführt.“ Und klimabedingte Einsätze würden stärker wahrgenommen als bisher. „Verbote vor Ort können eine Auswirkung sein.“

Experten gehen davon aus, dass die Trockenheit und damit die erhöhte Waldbrandgefahr Folge des Klimawandels sind.

Von Markus Decker/RND

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