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Deutschland / Welt 20 Tote bei Anschlag auf Revolutionsgarden im Iran
Nachrichten Politik Deutschland / Welt 20 Tote bei Anschlag auf Revolutionsgarden im Iran
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14:19 18.10.2009
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Der schwerste Angriff auf die Elitetruppen der Islamischen Republik seit mehreren Jahren ereignete sich am Morgen in der an der Grenze zu Pakistan gelegenen Stadt Pischin in der südostiranischen Provinz Sistan-Balutschistan. Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani bestätigte den Tod der Kommandeure in einer im Fernsehen übertragenen Rede vor dem Parlament. Er sagte, die USA seien in das Attentat verwickelt.

Iranische Nachrichtenagenturen meldeten, bei dem Anschlag seien auch Stammesälteste der Provinz Sistan-Balutschistan getötet worden. Außerdem habe es etwa 40 Verletzte gegeben. Bei der amtlichen Nachrichtenagentur Irna hieß es, ein Mann habe während eines Treffens von Stammesführern mit den Kommandeuren der Revolutionsgarden an seinem Körper versteckte Sprengsätze gezündet. Das Treffen sollte der Vorbereitung einer Begegnung zur Stärkung der „Einheit zwischen Schiiten und Sunniten“ dienen.

Die etwa 71 Millionen Iraner gehören zu mehr als 90 Prozent der schiitischen Glaubensrichtung des Islams an. In der an der Grenze zu Afghanistan und Pakistan gelegenen Provinz Sistan-Balutschistan gibt es eine starke sunnitische Minderheit. Die Provinz gilt wegen der Präsenz von Aufständischen, aber auch von Drogenbanden, als die unsicherste im ganzen Land.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Die iranischen Behörden machen in der Regel die sunnitische Rebellengruppe Dschundallah („Gottessoldaten“) für Anschläge und bewaffnete Angriffe in der Provinz verantwortlich. Die Gruppe hatte sich unter anderem zu einem Selbstmordanschlag in einer schiitischen Moschee in der Provinzhauptstadt Sahedan bekannt, bei dem am 28. Mai 25 Menschen getötet wurden.

afp