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Panorama Zechkumpan zu Tode gequält
Nachrichten Panorama Zechkumpan zu Tode gequält
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13:29 05.04.2012
Foto: Im Kurpark von Bad Eilsen haben die beiden Männer ihren Zechkumpan brutal getötet.
Im Kurpark von Bad Eilsen haben die beiden Männer ihren Zechkumpan brutal getötet. Quelle: Scharschmidt
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Bad Eilsen

Ein 44 Jahre alter Mann wurde zu einer Haftstrafe von neun Jahren und zehn Monaten und sein mitangeklagter 20 Jahre alter Bekannter zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide im September 2011 in Bad Eilsen einen 48 Jahre alten Mann totgeschlagen und totgetreten haben. Alle drei seien erheblich betrunken gewesen. Die Täter und das Opfer kannten sich aus der Alkoholikerszene, hieß es.

Über sechs Verhandlungstage hatte das Gericht die Tat in den frühen Morgenstunden des 30. September rekonstruiert: Nach einem Fest geht das spätere Opfer in die Wohnung des jüngeren Mannes und macht dem damals 19-Jährigen „sexuelle Avancen“, wie es im Urteil heißt. Um sich dagegen zu wehren, schikaniert dieser den 48-Jährigen mehrfach und verprügelt ihn schließlich auf offener Straße.

Drei Tage später klingeln das Opfer und der zweite Täter abends an der Tür des 19-Jährigen, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Alkohol getrunken haben sie bereits seit dem Mittag. In der Wohnung wird der Streit handgreiflich und immer lauter. Man beschließt, zu dritt in den Kurpark zu gehen, wo der 48-Jährige stürzt. Die Schläger haken ihn unter und steuern eine Bank an, wo das Grauen seinen Lauf nimmt.

Während sie das Opfer langsam totschlagen, mit Tritten malträtieren, den Eilser am Ende mit einem Ast vergewaltigen, gönnen sich beide Männer Pausen, sie rauchen und trinken Schnaps. „Blutend, stöhnend und röchelnd“ habe das Opfer auf dem Boden gelegen, so Richterin Birgit Brüninghaus. Weil die Täter extrem hohe Alkoholwerte hatten, in einem Fall bis zu 5,2 Promille, geht das Gericht von erheblich verminderter Steuerungsfähigkeit aus und mildert die Strafe. Geständnisse hatten beide abgelegt.

„Ich hoffe sehr, dass diese entsetzliche Tat die beiden Angeklagten aufgerüttelt hat“, sagt Richterin Brüninghaus. Den Tätern bescheinigt sie, rücksichtslos und extrem kaltherzig gehandelt zu haben. Gestorben ist der Eilser an Atem- und Kreislaufversagen. Die Leber war zerfetzt, der Kehlkopf zertrümmert.

Stefan Lyrath/lni

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