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Panorama WHO ruft zweithöchste Pandemie-Warnstufe aus
Nachrichten Panorama WHO ruft zweithöchste Pandemie-Warnstufe aus
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17:35 30.04.2009
Die deutschen Grippe-Erkrankte sind auf dem Weg der Besserung - Gesundheitsministerin Ulla Schmidt mahnt die Bevölkerung dennoch zur Vorsicht. Quelle: Nigel Treblin/ddp
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Von den derzeit acht Verdachtsfällen sei keiner besonders auffällig. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) warnte jedoch vor Leichtsinn im Umgang mit der Neuen Influenza.

Für die deutsche Bevölkerung besteht laut RKI weiter „keine allgemeine Gefährdung“ durch das Virus. Bei allen Betroffenen gebe es einen „Mexiko-Hintergrund“. Hacker sagte jedoch, man könne „nicht ausschließen“, dass die Neue Influenza auch in Europa Todesopfer fordere. Damit teile er die Meinung der EU-Kommission. Die Grippemedikamente seien jedoch wirksam, betonte er.

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Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) warnte erneut davor, die Schweinegrippe „auf die leichte Schulter zu nehmen“. Sie rief dazu auf, „wachsam“ zu sein, ohne aber gleich in Panik zu verfallen. Die Ministerin hob hervor, sie sei froh, dass es einen nationalen Pandemieplan gebe.

Die höhere Warnstufe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beurteilte der RKI-Präsident als „sachgerecht“. Die Risikoeinschätzung für Deutschland ändert sich laut RKI nicht.

Die WHO hatte am Mittwochabend wegen der sich ausbreitenden Schweinegrippe die Warnstufe für eine Grippe-Pandemie von 4 auf 5 heraufgesetzt. WHO-Generaldirektorin Margaret Chan begründete dies damit, dass Infektionen von Mensch zu Mensch möglich seien und in mindestens zwei Ländern derselben Region aufgetreten seien. Die Warnskala geht bis Stufe sechs.

Die Produktion eines Impfstoffes sei indes noch nicht angelaufen, sagte Hacker. Dazu habe die WHO den Arzneimittelherstellern noch kein Signal gegeben. „Die Entscheidung wird in der nächsten Zeit kommen.“ Die Herstellung des Serums kann drei Monate dauern, hieß es. Derzeit laufe die Züchtung von Viren in einigen Instituten wie dem Kitasato-Institut in Tokio.

Unterdessen wird nach der Quelle des A/H1H1-Virus gesucht. „Momentan wird nachgeschaut, ob es eine Schweinefarm in Mexiko sein könnte“, sagte Hacker. Das Genom mache es wahrscheinlich, dass es einen Kontakt zu Schweinen gab.

Das Bundesagrarministerium und der Deutsche Bauernverband hatten sich zuvor für eine Umbenennung der Schweinegrippe ausgesprochen, da sie Umsatzeinbußen auf dem Fleischmarkt befürchten. Die Schweinegrippe stamme möglicherweise überhaupt nicht vom Schwein, sagte Agrarstaatssekretär Gerd Müller (CSU).

ddp