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Panorama Vierfachmord: Sohn und 19-jähriger Freund tatverdächtig
Nachrichten Panorama Vierfachmord: Sohn und 19-jähriger Freund tatverdächtig
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19:18 11.04.2009
Polizisten stehen in Eislingen im Eingangsbereich eines Mehrfamilienhauses, in dessen Obergeschoss vier Leichen entdeckt worden sind. Quelle: Oskar Eyb/ddp
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Die Staatsanwaltschaft Ulm prüft, ob sie gegen beide jungen Männer Haftantrag wegen vierfachen Mordes beim zuständigen Amtsgericht stellt, wie Polizeisprecher Rudi Bauer am Sonnabendnachmittag sagte.

Der 18-Jährige hatte zunächst gegenüber der Polizei angegeben, seine Eltern und seine zwei erwachsenen Schwestern am Karfreitagmorgen in der Wohnung der Familie tot aufgefunden zu haben. Die Leichen wiesen laut Polizei „eine Vielzahl von Einschüssen“ auf. Dem Obduktionsergebnis zufolge wurden die vier Getöteten mit einer Kleinkaliberwaffe niedergeschossen. Die Tatwaffe sei aber noch nicht gefunden worden. Der 18-Jährige ist Mitglied in einem Schützenverein.

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Der Polizeisprecher begründete den Tatverdacht gegen die beiden jungen Männer mit den Ergebnissen der Ermittler am Tatort, der Obduktion der Leichen und den Vernehmungen des 18-Jährigen und des 19-Jährigen. Ein Tatmotiv sei noch nicht erkennbar. Über eine mögliche Rollenverteilung zwischen den beiden Tatverdächtigen wollte sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern.

Die vier Toten lagen in einer Maisonettewohnung in einem der Familie gehörenden Mehrfamilienhaus. Die Polizei fand zunächst auch keine Spuren, dass sich jemand gewaltsam Zutritt zu dem Haus verschafft hat. Der Vater wurde 57 Jahre alt, die Mutter 55 Jahre. Die beiden Schwestern starben im Alter von 24 und 22 Jahren. Die Leiche des Vaters wurde im Flur, die der Mutter im Bad aufgefunden. Die beiden jungen Frauen lagen im Dachgeschoss in einem Zimmer. Außer dem Sohn hat die Familie keine weiteren Kinder.

Die Familie galt laut Polizei als „gut situiert“. Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich die Praxis des getöteten 57-Jährigen, der als Heilpraktiker arbeitete.

ddp