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Panorama Totes Baby in Tiefkühltruhe gefunden
Nachrichten Panorama Totes Baby in Tiefkühltruhe gefunden
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15:39 04.09.2012
Foto: Die Ermittlungen laufen: Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt und der Pressesprecher der Polizeidirektion Flensburg, Matthias Glamann, bei der Pressekonferenz am Dienstag.
Die Ermittlungen laufen: Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt und der Pressesprecher der Polizeidirektion Flensburg, Matthias Glamann, bei der Pressekonferenz am Dienstag. Quelle: dpa
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Flensburg

Eine heute 49 Jahre alte Frau aus der Nähe von Flensburg soll vor mehr als zehn Jahren ihr Neugeborenes in ihre Tiefkühltruhe gelegt haben. Die Staatsanwaltschaft Flensburg leitete ein Verfahren wegen des Verdachts des Totschlags gegen die Frau ein. Deren früherer Ehemann hatte die Babyleiche vor wenigen Tagen beim Abtauen der Truhe entdeckt. Die Ex-Frau des Hausbesitzers habe gestanden, das Mädchen vor vielen Jahren geboren zu haben, berichtete Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt am Dienstag.

Der genaue Hergang der Tat sei noch nicht geklärt. An der Leiche des Babys seien keine Anzeichen äußerer Gewaltanwendung festgestellt worden, auch eine Totgeburt sei ausgeschlossen. Der Ehemann soll von allem nichts mitbekommen haben. Ob das Kind noch lebte, als es in die Truhe gelegt wurde, sei noch unklar. Der Vorfall in einem kleinen Ort in der Nähe von Flensburg soll mehr als zehn Jahre zurückliegen.

Die 49-Jährige habe ausgesagt, sich zum Zeitpunkt der Geburt in einem Zustand völliger Erschöpfung und Ausweglosigkeit gewesen zu sein, sagte Stahlmann-Liebelt. Das Paar habe damals schon drei Kinder gehabt, und die Frau habe das Neugeborene nicht aufziehen können. Die Kieler Kriminalpsychologin Monika Frommel erklärt ein solches Verhalten von Frauen, die ihre Schwangerschaft verdrängen: „Sie verhängen eine Kommunikationssperre über sich und andere. Sie sind eigentlich nicht für andere erreichbar.“

Das Ehepaar sei seit 2009 getrennt, sagte Oberstaatsanwältin Stahlmann-Liebelt. Die Ermittler gingen davon aus, dass der Mann nichts von der Geburt wusste. Die Familie habe früher gemeinsam in dem Haus gelebt, heute wohne nur der Mann mit den drei erwachsenen Kindern dort. Anhaltspunkte, dass sich der Mann strafbar gemacht hat, gebe es nicht. Die 49-Jährige sei auf freiem Fuß.

dpa