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Panorama Sturmflut an Küste erwartet
Nachrichten Panorama Sturmflut an Küste erwartet
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15:33 03.10.2009
Sturmtief „Sören“ wird der norddeutschen Küste in der Nacht zum Sonntag die erste Sturmflut des Herbstes bringen.
Sturmtief „Sören“ wird der norddeutschen Küste in der Nacht zum Sonntag die erste Sturmflut des Herbstes bringen. Quelle: ddp (Archivbild)
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Im Elbegebiet wird die Flut bis zu 1,5 Meter höher als gewöhnlich auflaufen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte für Dithmarschen, Nordfriesland und Helgoland Windgeschwindigkeiten bis 115 Kilometer pro Stunde voraus. Das entspricht Windstärke elf.

Bereits die Tide in der Nacht zum Sonntag werde mehr als einen Meter höher auflaufen als normal, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im ostfriesischen Norden mit. Für das Mittagshochwasser wird auf den Inseln ein Wasserstand vorhergesagt, der eineinhalb Meter über dem mittleren Tidehochwasser liegt. Für Emden und Cuxhaven werde ein Hochwasser von 1,75 Metern prognostiziert, hieß es. An den Stränden, Vorländern und Hafenflächen besteht Überflutungsgefahr.

Die nordfriesischen Halligen stellten sich auf ein Landunter ein. Dabei werden Wiesen und Wege überflutet, nur die Warften mit den Häusern ragen noch aus dem Wasser. Die Bauern auf den Halligen holten rechtzeitig Vieh und Gerätschaften von den tiefliegenden Wiesen. Von einer Sturmflut wird gesprochen, wenn das Wasser mindestens 1,5 Meter höher als normal steigt. Ein erstes Landunter hatte es bereits im September gegeben.

Hooges Bürgermeister Matthias Piepgras behielt die Vorhersagen am Samstagnachmittag im Blick: „Ab 2,0 bis 2,5 Metern beginnt man sich Sorgen zu machen“, sagte er der dpa. Je nach Windrichtung und Wellenhöhe könnten einige Häuser schon bei 2,5 Metern über dem mittleren Hochwasser nass werden.

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) muss ihre Fahrten auf den Linien vom Festland zu den Inseln Föhr und Amrum sowie den Halligen Langeneß und Hooge voraussichtlich nicht unterbrechen. Das Hochwasser komme mitten in der Nacht, wenn die Schiffe sicher in den Häfen liegen, sagte ein Sprecher der W.D.R. Problematisch werde es für die Schiffe, wenn der Sturm mehr als Windstärke acht erreiche. Bei Flutwasserständen von mehr als 1,50 Meter über dem normalen Hochwasser können die Fähren an den Anlegern nicht mehr festmachen. Die Reederei Helgoline stellte ihre Verbindung von Hamburg nach Helgoland mit dem Katamaran „Halunder Jet“ bis Sonntag ein.

Eine Gefährdung der Küsten und des Hamburger Hafens beginnt erst bei deutlich höheren Wasserständen. Bis 2,90 Meter über dem mittleren Hochwasser gilt in Hamburg noch die „Wasserstandsstufe 0“. Nur in Einzelfällen kann es dabei zu Überflutungen kommen, wie zum Beispiel auf dem Altonaer Fischmarkt. Die bisher höchste Sturmflut lief in Hamburg am 3. Januar 1976 mit etwa 4,35 Meter über dem mittleren Hochwasser auf.

ddp