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Panorama Staatsanwaltschaft legt Revision im Mordfall Kandel ein
Nachrichten Panorama Staatsanwaltschaft legt Revision im Mordfall Kandel ein
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13:48 05.09.2018
Die Urteilsverkündung am Montag fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt.
Die Urteilsverkündung am Montag fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Quelle: Foto: Andreas Arnold/dpa
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Landau

Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil des Landgerichts Landau im Kandeler Mordprozess Revision eingelegt. Dies ermögliche es der Anklagebehörde, die schriftliche Urteilsbegründung zu prüfen, teilte die Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig am Mittwoch in Landau mit. Dann werde binnen eines Monats darüber entschieden, ob die Revision Aussicht auf Erfolg habe und aufrechterhalten werde.

Das Alter des Verurteilten konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden

Rund acht Monate nach dem gewaltsamen Tod der 15-jährigen Mia im südpfälzischen Kandel hatte das Landgericht am Montag den Ex-Freund des Mädchens, Abdul D., zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das Gericht befand den vermutlich aus Afghanistan stammenden Flüchtling wegen Mordes und in einem weiteren Fall wegen Körperverletzung für schuldig. Da das Alter des Flüchtlings nicht zweifelsfrei geklärt ist, wurde er nach Jugendstrafrecht verurteilt.

Am 6. Oktober gibt es wieder Demonstrationen

Der Verurteilte war im April 2016 als Flüchtling ohne Ausweispapiere nach Deutschland gekommen und als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling registriert worden. Nachdem sein Asylantrag abgelehnt wurde, durfte er wegen eines Abschiebeverbots trotzdem vorerst im Land bleiben. Nach dem Mordfall kam es in dem 9.000-Einwohner-Ort Kandel immer wieder zu einer rechtsgerichteten Demonstrationen gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, zu linken Gegendemonstrationen und Kundgebungen eines Bürgerbündnisses. Für den 6. Oktober ist eine weitere Demonstration angekündigt.

Von dpa/RND