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Panorama Sperrung der deutschen Flughäfen bis 8 Uhr verlängert
Nachrichten Panorama Sperrung der deutschen Flughäfen bis 8 Uhr verlängert
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16:46 17.04.2010
Die Aschewolke aus Island hat auch am Sonnabend den Verkehr an deutschen Flughafen lahmgelegt.
Die Aschewolke aus Island hat auch am Sonnabend den Verkehr an deutschen Flughafen lahmgelegt. Quelle: dpa
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Der Sperrung des Luftraums über Deutschland wegen der Vulkanasche aus Island wurde bis Sonntagmorgen, 8 Uhr, verlängert. Das teilte die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen am Sonnabend auf Grundlage aktueller Wetterdaten mit. Alle 16 internationalen deutschen Flughäfen und die Regionalflughäfen müssen daher geschlossen bleiben.

Möglicherweise können auch noch am Sonntag keine Maschinen von deutschen Flughäfen abheben. „Es sieht im Moment nicht gut aus“, sagte ein Sprecher der DFS. Die riesige Aschewolke nach dem Vulkan-Ausbruch auf Island habe sich mittlerweile in Richtung Südosten stark ausgedehnt.

In Großbritannien haben die Behörden das Flugverbot wegen der gefährlichen Aschewolken bis zum Sonntag verlängert. Auch der Hamburger Flughafen bleibt bis Sonntagnachmittag gesperrt. „Bis Sonntag um 14 Uhr wird es keine Starts und Landungen geben“, sagte Flughafensprecherin Stefanie Harder am Sonnabend.

In Deutschland wurde am Freitagabend auch über München der Luftraum geschlossen, womit der Verkehr an allen 16 internationalen Airports zum Erliegen kam. Der Flughafen Hannover hatte zuvor bereits mitgeteilt, in jedem Fall bis Sonnabend, 8 Uhr, zu schließen. Die Lufthansa hat alle europäischen Flüge bis zum Sonntag um 14 Uhr gestrichen. Nach den Vorhersagen wird sich die Wolke weiter über Europa ausbreiten – die Stillstand im Flugverkehr könnte daher über das Wochenende hinaus andauern.

Der Vulkanausbruch löste am Freitag einen einmaligen Vorgang aus: Mehr als ein Dutzend europäischer Länder sperrten ihren Luftraum ganz oder teilweise. 60 Prozent aller Flüge fielen aus. Erste Branchenschätzungen sprechen von einem Schaden in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro pro Tag für die Fluggesellschaften. Und für die Reisenden ist der Ärger riesig: Hunderttausende saßen in Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden an den Flughäfen fest. Für viele war es die zweite Nacht in den Wartehallen. Bahn- und Busfirmen mobilisierten Reserven, um Gestrandete zu befördern.

Der Vulkan am isländischen Eyjafjallajökull-Gletscher hatte Asche bis zu elf Kilometer in die Höhe geschleudert. Westwinde trieben die quarzsandähnlichen Teilchen auf den Kontinent. Sie wirken auf Flugzeuge wie Schmirgelpapier und können die Triebwerke stoppen. Die Wolke durchkreuzte den Heimflug von Kanzlerin Angela Merkel aus den USA, die einen Zwischenstopp in Portugal einlegen musste. Die in Afghanistan verletzten deutschen Soldaten konnten nicht nach Deutschland ausgeflogen werden; sie landeten am Abend in Istanbul.

Reisende versuchten am Freitag verzweifelt, Alternativen für ihre Reisepläne zu finden. Es brach ein Ansturm auf Züge los. Die Deutsche Bahn mobilisierte fast ihren gesamten Wagenpark. „Alles was rollen kann, rollt“, sagte ein Bahnsprecher.

„Ich empfehle auf Reisen, die nicht erforderlich sind, zu verzichten“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Probleme könnte es auch für die Hannover Messe geben, die am Sonntagabend eröffnet wird. Sollte die Zahl der Flugausfälle konstant hoch bleiben, könnten es einige internationale Gäste und Aussteller nicht rechtzeitig zum Start der Industriemesse schaffen. Veränderungen im Ablauf seien bislang nicht geplant, sagte am Freitag ein Sprecher der Messe AG.

Die Bundesliga-Mannschaft von Hannover 96 machte sich am Freitag mit dem Zug auf den Weg zum Spiel heute in München – das Team kam mit Verspätung an und musste sich damit abfinden, dass die reservierten Plätze bereits besetzt waren.

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dpa / Margit Kautenberger und Stephan Fuhrer