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Panorama Spekulationen um Tod von Elch „Knutschi“
Nachrichten Panorama Spekulationen um Tod von Elch „Knutschi“
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16:24 03.10.2009
Elch „Knutschi“
Elch „Knutschi“ Quelle: ddp
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Woran das Tier gestorben ist blieb zunächst unklar. Eine Obduktion in der Tierklinik Gießen soll die Ursache klären, die Ergebnisse sollen bis Ende nächster Woche vorliegen.

Um die Todesursache des aus Polen eingewanderten Großhirschs ranken sich Spekulationen. „Das Spektrum reicht von Schüssen über Gift bis hin zu Stress“, sagte der Sprecher des Umweltministeriums, Christoph Zörb, am Samstag. Klarheit solle die Obduktion bringen. Unter anderem hatte der Kasseler Wildbiologe Jochen Tamm im Hessischen Rundfunk (hr) den Verdacht geäußert, dass der Stress bei der Einfangaktion vom Montag zu viel für das mächtige Tier gewesen sein könnte.

Der Leiter des Forstamts Reinhardshagen, Norbert Teuwsen, sagte dem hr, dass sich das Tier auf dem Viehtransporter „ziemlich energisch“ bewegt habe. „Vielleicht hat es sich dabei verletzt.“ Der am Freitag im Wald gefundene Kadaver habe aber keine offensichtlichen äußeren Verletzungen aufgewiesen.

Bei der Obduktion soll auch geklärt werden, wann das Tier gestorben ist. Außerdem soll bis Ende nächster Woche überprüft werden, ob der an „Knutschi“ angebrachte GPS-Sender defekt war. Nach Angaben von Teuwsen hatten Mitarbeiter des Forstamts bereits am Donnerstag nach dem Tier gesucht, es an dem angegebenen Ort jedoch nicht gefunden.

Der zwei bis drei Jahre alte Elchbulle war am Montagabend in das Wildschutzgebiet im nordhessischen Reinhardswald gebracht worden, nachdem er zuvor in der Nähe der Autobahn 7 gesehen worden war. Tierärzte hatten ihn dazu mit einem Narkosegewehr betäubt, die Autobahn wurde in der Nähe zur niedersächsischen Landesgrenze gesperrt.

Der rund zwei Meter große und 400 Kilogramm schwere Elch war am 14. September bei Sontra im Werra-Meißner-Kreis erstmals auf hessischem Gebiet gesehen worden. Er kam vermutlich aus Osteuropa und war zuvor durch Sachsen und Thüringen gewandert. Das Umweltministerium hatte eine Telefon-Hotline eingerichtet, bei der Spaziergänger das Tier melden konnten.

Elche sind äußerst scheu. Sie kommen vor allem in Skandinavien, Osteuropa und Nordamerika vor. In Sachsen gab es vor kurzem den Versuch, die Tiere wieder anzusiedeln.

Naturschützer bezweifeln, dass sich Elche dauerhaft im dicht besiedelten Hessen und Niedersachsen ansiedeln. Im nordhessischen Reinhardswald, einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Hessens, wird seit zwei Jahren auch immer wieder ein zugewanderter Wolf gesichtet. Auch er kommt vermutlich aus Ostdeutschland, wo inzwischen wieder mehrere Wolfsrudel leben. Als Einzelgänger kommt der Wolf aber nicht als Jäger des mächtigen Jungelchs in Frage.

lni

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