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Panorama So will Deutschland beim Wiederaufbau von Notre Dame helfen
Nachrichten Panorama So will Deutschland beim Wiederaufbau von Notre Dame helfen
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14:01 19.04.2019
Luftaufnahme der Pariser Kathedrale Notre-Dame mit Brandschäden: unzählige Eichenstämme werden benötigt. Quelle: Gigarama.Ru/Gigarama.ru/dpa
Köln

 Nach dem Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame will Deutschland beim Wiederaufbau helfen. Für die Bundesregierung hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) die Federführung übernommen und Ex-Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner als Koordinatorin und Beraterin ernannt.

Notre-Dame „prägt als Unesco-Weltkulturerbe unser aller gemeinsame kulturelle Identität in Europa“, erklärte Grütters in Berlin. „Der kulturelle Verlust trifft uns alle. Umso dankbarer bin ich für die Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität auch hier in Deutschland.“ Bereits am 30. April reisen die Staatsministerin und Schock-Werner zu Gesprächen mit Grütters’ französischem Kollegen Franck Riester nach Paris.

Wie sie helfen will, hat Barbara Schock-Werner im Gespräch mit dem Kölner Stadtanzeiger erklärt.

Was kann Deutschland tun?

Zunächst soll möglichst schnell der Bedarf auf französischer Seite ermittelt werden. „Ein Durcheinander gutgemeinter Ratschläge oder Besserwisserei kann niemand gebrauchen“, sagt Schock-Werner. Sachverständige aus Bund und Ländern stehen bereit, ebenso wie vorhandene Netzwerke im Bereich der Denkmalpflege. Besondere Expertise bringen die deutschen Dom- und Münsterbauhütten mit, die in einer ganz Europa umspannenden Vereinigung organisiert sind. „Wir stehen an der Seite Frankreichs. Unsere Kultur ist europäisch, und das gilt ganz besonders für die Kathedralgotik.“

Was sind Erste-Hilfe-Maßnahmen?

Das Wichtigste ist die Sicherung des Baubestands. Dazu muss die Tragfestigkeit der erhalten gebliebenen Gewölbe und des Strebewerks geprüft werden. Sollten Teile des Gesteins vom Feuer so sehr ausgeglüht oder in sich verschoben sein, dass Einsturzgefahr besteht, müssten die entsprechenden Partien ausgetauscht werden. Ähnlich bedeutsam ist die schnelle Trocknung des vom Löschwasser durchnässten Gebäudes. Mit einem provisorischen Dach muss es möglichst bald vor Regen geschützt werden. Hieran könnten zum Beispiel deutsche Gerüstbauer mitwirken.

Was genau ist Schock-Werners Aufgabe?

Sie soll Experten zusammenbringen, Ideen sammeln und den Franzosen in gebündelter Form Hilfen anbieten. Diese können fachlicher und technischer Natur sein. So haben französische Experten bereits vor einem Mangel an heimischen Fachkräften (Steinmetze, Zimmerleute, Gerüstbauer) gewarnt. Ein weiterer Engpass könnte nach Schock-Werners Einschätzung beim Baumaterial auftreten. „So viele abgelagerte Eichenstämme, wie für einen Ersatz des Dachstuhls in traditioneller Holzbauweise benötigt würden, gibt es in ganz Frankreich vermutlich nicht. Eine Idee könnte es also sein, in Deutschland nach geeigneten Beständen zu suchen und diese den Franzosen zur Verfügung zu stellen.“

Was sind die weiteren Schritte?

Grundsätzliche Fragen der Restaurierung und der Denkmalpflege könnten in internationalen Experten-Kolloquien erörtert werden: Welcher Zustand des Gebäudes soll für die Wiederherstellung von Notre-Dame maßgeblich sein? Soll der Dachstuhl in Holz rekonstruiert werden oder möglicherweise – wie beim Kölner Dom oder beim Wiener Stephansdom – mit Eisen beziehungsweise Stahl neu gebaut werden.

Schock-Werner erinnert daran, dass wesentliche Bauteile, die jetzt durch den Brand vernichtet wurden, nicht mittelalterlichen Ursprungs waren, sondern auf Arbeiten des 19. Jahrhunderts durch den berühmten Restaurator Eugène Viollet-Le-Duc (1814 bis 1879) zurückgehen. Von ihm stammte zum Beispiel der Entwurf für den eingestürzten Vierungsturm (1844). Erste Vorgespräche, zum Beispiel mit dem Bamberger Bauhistoriker Stephan Breitling, hat Schock-Werner bereits geführt. Sie selbst, sagt die Koordinatorin für die deutschen Hilfen, hat sich noch eine weitere Aufgabe gestellt: „Ab morgen setze ich mich hin und pauke Französisch.

Kommentar zu Paris: Die Notre-Dame im Dorf lassen

Von Joachim Frank/KSta

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