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Panorama Schweinegrippe erreicht Deutschland
Nachrichten Panorama Schweinegrippe erreicht Deutschland
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21:23 29.04.2009
Warnhinweise an einem Labor des Bernhard-Nocht-Institutes in Hamburg. Quelle: Roland Magunia/ddp
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Aus den USA wurde der Tod eines Kleinkinds gemeldet, weltweit bestätigten sich immer mehr Erkrankungen. In Deutschland sind laut RKI eine 22 Jahre alte Frau in Hamburg, sowie eine 37-jährige Frau und ein Mann Ende 30 in Bayern betroffen. Alle drei waren kürzlich in Mexiko. Die Frau aus Kulmbach sei bereits wieder vollständig genesen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU).

Bei dem Mann aus dem Raum Regensburg sei, „was seine Grippesymptome betrifft, eine Besserung zu verzeichnen“. Er wurde ebenso wie die Frau in Hamburg mit Tamiflu behandelt. Auch ihr geht es nach Angaben der Ärzte gut. Bei einer Kontaktperson, die mit ihr ins Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) kam, bestand ebenfalls ein Krankheitsverdacht. Insgesamt gab es am Abend bundesweit noch zwei offene Verdachtsfälle.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versicherte, dass alle nötigen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen würden. Die nötigen Medikamente würden im Falle des Falles da sein, sagte die Kanzlerin in Berlin. Allerdings betonte RKI-Präsident Jörg Hacker, dass es derzeit noch keinen Impfstoff gegen das neue A/H1N1-Virus gebe. Die Entwicklung könne ungefähr drei Monate dauern. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) erklärte, niemand könne zum jetzigen Zeitpunkt sagen, wie es weiter gehe. Das Gesundheitsministerium schaltete für Bürger eine Hotline unter der Nummer 01805-996619.

Im US-Bundesstaat Texas starb ein 23 Monate altes Kleinkind, das aus Mexiko stammte. Das Kind sei zu einer medizinischen Behandlung nach Houston gekommen, dort sei es am Montag gestorben, sagte eine Sprecherin der texanischen Gesundheitsbehörden dem Fernsehsender CNN. Es war der erste bestätigte Todesfall in Zusammenhang mit der Schweinegrippe in den USA. Präsident Barack Obama zeigte sich „besorgt“ und versprach, die Entwicklung „mit höchster Aufmerksamkeit“ zu verfolgen. Zudem forderte der Präsident den Kongress auf, rund anderthalb Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) zur Bekämpfung der Schweinegrippe zu bewilligen. Bislang sind in den Vereinigten Staaten neuen Angaben zufolge 91 Fälle von Schweinegrippe bestätigt.

In Mexiko senkte Gesundheitsminister José Angel Córdova die Zahl der zweifelsfrei durch Schweinegrippe verursachten Todesfälle auf sieben. Die Zahl der bestätigten Infektionen liege bei 49. Bei etwa 2500 Menschen bestand zudem der Verdacht auf das A/H1N1-Virus, die Zahl der vermuteten Todesfälle liegt bei 159. Die Angst vor der Schweinegrippe legte das öffentliche Leben in Mexiko weitgehend lahm. Schulen und Universitäten blieben geschlossen, in Mexiko-Stadt zudem alle Sportstätten, Kinos und Theater. Die archäologischen Stätten im Land, darunter weltberühmte Bauwerke der Azteken und Maya, wurden bis auf weiteres geschlossen.

Weltweit breitet sich die Krankheit weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation konstatierte am Abend, dass es „kein Anzeichen für eine Verlangsamung“ der Ausbreitung gebe. Unter anderem erhöhten die Behörden in Spanien die Zahl der bestätigten Erkrankungen auf zehn. Auch in Kanada, Großbritannien, Neuseeland, Israel, Costa Rica und Österreich wurde das neue A/H1N1-Virus nachgewiesen.

afp