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Panorama Hollywoodstar Charlie Sheen ist HIV-positiv
Nachrichten Panorama Hollywoodstar Charlie Sheen ist HIV-positiv
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22:59 17.11.2015
Charlie Sheen im Studio der "Today Show": Der Schauspieler gab am Dienstag im US-Fernsehen bekannt, dass er HIV-positiv ist. Quelle: afp
New York

Schauspieler Charlie Sheen (50) ist mit dem Aids-Virus infiziert. Das gab der für seine Exzesse bekannte Star aus der Fernsehserie "Two and a Half Men" am Dienstagmorgen (Ortszeit) im amerikanischen Frühstücksfernsehen bekannt. "Ich muss einräumen, dass ich in der Tat HIV-positiv bin", sagte der 50-Jährige in der "Today"-Show, die vom New Yorker Sender NBC ausgestrahlt wird.

Sheen hatte weiterhin Sex

Er wisse es seit vier Jahren, sagte Sheen. "Es fing mit Kopfschmerzen und Schweißattacken in der Nacht an", sagte er. "Nach den ganzen Tests und all dem Mist war dann klar, was es ist." Er habe zwar auch anschließend ungeschützten Sex gehabt. "Aber es ist unmöglich, dass ich es weitergegeben habe." Er habe jedem Sexpartner vorher erzählt, dass er infiziert sei.

Sheen sagte auch, dass er erpresst worden sei. "Eine Prostituierte hat ein Foto von den Medikamenten gemacht und hinterher Geld gefordert." Er habe an mehrere Menschen gezahlt, "insgesamt muss das mehr als eine Million gewesen sein". Gefragt, ob er noch immer zahle, sagte Sheen: "Von heute an nicht mehr." Er mache es öffentlich, "um mich selbst aus diesem Gefängnis zu entlassen".

"Ein besserer Mensch werden"

In einem offenen Brief schrieb Sheen: "Ich akzeptiere meine Situation nicht als Fluch oder Plage, sondern als Chance und als Herausforderung. Eine Chance, anderen zu helfen. Eine Herausforderung, ein besserer Mensch zu werden. (...) Meine Party-Tage liegen hinter mir. Meine menschenfreundlicheren Tage vor mir. (...) Ich umarme den Mut und die Gnade." Der Fernsehsender NBC veröffentlichte den Brief am Dienstag. 

Das HI-Virus befällt das Immunsystem eines Menschen und schwächt es. Der Körper kann deshalb Infektionen nicht mehr abwehren. Die Folge sind weitere Infektionen und Krebsekrankungen. Dann wird von Aids gesprochen.

"Charlie hat kein Aids"

"Charlie hat das HI-Virus", sagte Dr. Robert Huizenga in der Fernseh-Show – er behandelt den Schauspieler seit mehreren Jahren. Sheen nehme seit der Diagnose Medikamente, die das Virus unterdrückten. Jeden Tag nehme er vier Tabletten "und wir sind felsenfest davon überzeugt, dass er alles sehr verantwortungsvoll macht". Huizenga stellte klar: "Charlie hat kein Aids.“

"HIV ist kein Todesurteil mehr"

"Aufgrund der modernen Therapien ist es heute möglich, mit HIV ein relativ normales Leben ohne Einschränkungen zu leben", sagte ein Sprecher der Deutschen Aids-Stiftung. Im alltäglichen Zusammenleben sei HIV nicht übertragbar, HIV-Infizierte könnten auch jedem Beruf nachgehen. "HIV/AIDS ist kein Todesurteil mehr, wie in den 1980er Jahren, doch ist HIV nicht heilbar und ein Leben lang im Körper."

Durch das Outing von Charlie Sheen könnten HIV und AIDS wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen rücken, sagte der Sprecher. "Es ist wichtig, dass Menschen mit HIV offen über ihre Infektion reden. So kann gegen die Diskriminierung gearbeitet werden, die es heute immer noch gibt."

Sheen droht Ärger mit der Justiz

Das öffentliche Geständnis bewahrt Charlie Sheen zwar vor weiteren Epressungen, aber nicht vor einer Strafverfolgung. Aus der Staatsanwaltschaft von Los Angeles verlautet: "Wenn sich ein vermeintliches Opfer meldet und angibt, mit ihm ungeschützten Sex gehabt zu haben und nicht von ihm über seinen HIV-Status informiert worden zu sein, dann wird das untersucht."

Dabei spielt es nach Angaben der STaatsanwaltschaft keine Rolle, ob der Sex-Partner angesteckt wurde. Ausschlaggebend sei, dass der HIV-Infizierte die Ansteckungsgefahr verheimlichte. 

Drei Ehen und fünf Kinder

Zuletzt hatte es vermehrt Spekulationen um Sheen gegeben, seit das Internet-Portal "Radar Online" Anfang des Monats davon geschrieben hatte, dass ein bekannter Hollywoodstar HIV-positiv sei. Sheen hatte immer wieder Probleme mit Alkohol und Drogen. Auch hat er nie einen Hehl daraus gemacht, dass er Sex mit einer Vielzahl von Frauen hatte.

Bekannt geworden war der 50-Jährige 1986 durch seine Hauptrolle in Oliver Stones Vietnamdrama "Platoon". Im Jahr darauf war er an der Seite seines Vaters Martin Sheen in "Wall Street" zu sehen. Sheen glänzte auch mit Rollen in den Sitcoms "Spin City" und vor allem ab 2003 in "Two and a Half Men". Die Hauptrolle des Charlie Harper hatte er im Jahr 2011 nach mehreren öffentlich gewordenen Eskapaden verloren. Der 50-Jährige war dreimal verheiratet und hat fünf Kinder.

Sheen sorgt sich um sein Ansehen

Sheen soll keine Ahnung haben, wer ihn mit dem tödlichen Virus infiziert hat. Seine größte Angst sei es, dass es seinen Status als Schauspieler verliere. "Der Gedanke quält ihn, dass ihn die Nachwelt nicht als geniales Schauspieltalen, sondern als HIV-Infizierten in Erinnerung halten wird."

Sheens Ex-Freundin Bree Olson erfuhr von der Schock-Nachricht am Montag aus der Presse. Die Pornodarstellerin (29) schrieb auf Twitter: "Ich mache grade einen Aids-Test. Allerdings habe ich mich auch schon mehrere Male seit unserer Trennung testen lassen und die Resultate waren immer negativ."

Ex-Geliebte verteidigt Sheen

Auch Sheens zweite Geliebte aus seiner Dreierbeziehung von vor vier Jahren soll HIV-negativ sein. Natalie Kenly verteidigte ihren Ex-Lover sogar gegen die Vorwürfe, rücksichtslos mit dem Leben seiner Partnerinnen umgegangen zu sein: "Er ist kein Monster. Er mag Menschen sehr und ich kann nicht glauben, dass er Frauen einem tödlichen Risiko ausgesetzt hat. Das ist nicht der Charlie, den ich kenne."

Sheens Ex-Ehefrau Denise Richards und seine Töchter Sam (11) und Lola (10) haben sich laut Insider ebenfalls einem Aids-Test unterzogen und sind gesund.

dpa/isc/sin/wer

Hintergrund

HIV und Aids

Das Humane Immunschwächevirus (HIV) ist die Ursache für die Krankheit Aids. Es wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und infizierte Injektionsnadeln übertragen. Das Virus ist sehr wandlungsfähig. Viele Tests für einen Impfstoff sind bisher gescheitert.

Der Erreger legt unter anderem bestimmte Immunzellen lahm. Deshalb kann das Abwehrsystem des Körpers Krankheitserreger wie Bakterien und Viren nicht mehr wirkungsvoll bekämpfen. Selbst an sich harmlose Infektionen können so zur tödlichen Bedrohung werden.

Nach einer erkannten HIV-Infektion lassen sich Ausbruch und Symptome von Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome, Erworbenes Immunschwäche-Syndrom) mit verschiedenen Medikamenten bekämpfen. Sie verhindern die Vermehrung des Erregers im Blut. Lebensqualität und -erwartung der Patienten sind durch diese Therapien deutlich gestiegen. Sie haben jedoch Nebenwirkungen und können Patienten noch nicht heilen.

Der internationale Kampf gegen HIV zeigt Erfolge: Die Lebenserwartung HIV-Infizierter stieg nach Angaben von UNAIDS seit dem Jahr 2000 von 36 auf 55 Jahre. Die Zahl der Todesfälle sank von 2 Millionen auf 1,2 Millionen pro Jahr, die Neuansteckungen gingen von 3,1 Millionen auf 2 Millionen zurück.

dpa

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