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Panorama Vom Weltall auf den Mottowagen: Astro-Alex beim Kölner Karneval
Nachrichten Panorama Vom Weltall auf den Mottowagen: Astro-Alex beim Kölner Karneval
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18:14 04.03.2019
„Astro-Alex“ mal nicht im Weltall, sondern auf einem Kölner Umzugswagen am Rosenmontag 2019. Quelle: Federico Gambarini/dpa
Köln

Vor einiger Zeit sah man diesen Mann noch im Astronauten-Anzug im Weltall. Am Montag raste der Raumfahrer Alexander Gerst aber nicht in einer Raumstation umher. Stattdessen fuhr er auf einem Wagen beim Karnevalszug in der Stadt Köln mit. Verkleidet war er mit einem knallgrünen Jackett und einer gelben Mütze – beides beschriftet mit kölschen Karnevalswörtern wie „Alaaf“, „Strussje“ und „Jeck“.

Die Leute auf den Wagen werfen Zuschauern oft Kamelle zu. Wie er die Süßigkeiten am besten verteilt, wusste Alexander Gerst vorher aber noch nicht. „Wir haben ja ein paar Profis oben auf dem Wagen“, sagte der Raumfahrer. „Ich bin sicher, ich bin ein guter Schüler.“

Sturm sorgte für Einschränkungen bei Rosenmontagsumzügen

Erst kurz vor Beginn des Kölner Rosenmontagszugs hatte das Festkomitee grünes Licht für den Start der Motivwagen gegeben. Wegen des stürmischen Wetters hatte zuvor ein Krisenstab getagt, dann stand fest: Es kann losgehen. „Ich bin jetzt froh und erleichtert“, sagte Zugleiter Alexander Dieper. In Düsseldorf startete der „Zoch“ gut anderthalb Stunden später als geplant. Da war der Sturm schon vorbei - und es schien sogar zeitweise ein wenig die Sonne.

Trotz stürmischem Wetter war der Rosenmontagsumzug in Köln ein Erfolg. Zwar waren diesmal wegen Sicherheitseinschränkungen keine Pferdekutschen dabei – dafür wie immer auch einige Promis, darunter Astronaut Alexander Gerst.

Sowohl für den Düsseldorfer als auch den Kölner Rosenmontagszug waren Einschränkungen beschlossen worden. So durften in Köln Pferde, Kutschen und große Fahnen nicht dabei sein. „Das ist schon ärgerlich, wir hatten uns ja lange auf den Rosenmontagszug vorbereitet“, sagte Jörg Herrmann vom Reitercorps der Kölner Karnevalsgesellschaft Große Greesberger. Nun sitzt der 79-Jährige auf einem Karussellpferdchen mit Rollen. „Ich erlebe es jetzt zum dritten Mal in 35 Jahren, dass die Pferde nicht mitdürfen. Aber die Sicherheit geht eben vor.“

Düsseldorf hatte bei Mottowagen in Sachen Bissigkeit die Nase vorn

Bei den Mottowagen hatte Düsseldorf in Sachen Bissigkeit wie gewohnt die Nase vorn. So hält NS-Propagandaminister Joseph Goebbels den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke als Baby in einer Windel in die Höhe. Böse grinsend zerren Autoindustrie und Bundesregierung einen Autofahrer mit einem Galgen aus seinem Diesel-Auto. Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg zieht der „Eltern-Generation“ die Ohren lang. Auch US-Präsident Donald Trump kriegt von Wagenbauer Jacques Tilly sein Fett weg: Als nackter „Schmutzengel“ schützt Trump den saudischen Prinzen Mohammed bin Salman.

In Düsseldorf war bis Sonntagabend noch unklar, ob der Rosenmontagsumzug wegen des Sturms stattfinden konnte – doch am Ende war der Umzug trotz Einschränkungen ein voller Erfolg.

In Köln spielt Trump Golf - und schlägt das Pariser Klimaabkommen und den Iran-Deal als Bälle durch die Luft. Auf dem sinkenden Schiff der SPD stehen Fraktionschefin Andrea Nahles und Finanzminister Olaf Scholz in Titanic-Manier. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schreddert sich unterdessen wie ein Bild des Künstlers Banksy. Ein Clownfisch japst mit heraushängender Zunge und verdrehten Augen in einem Meer aus Plastikmüll.

Jecken in Köln stehen im Regen

Zwischenzeitlich mussten die Jecken in Köln teils heftige Regenschauer über sich ergehen lassen. Doch das ungemütliche Wetter hält Hunderttausende Zuschauer entlang des Zugwegs nicht vom Feiern ab. Ausgerüstet mit Regenponchos schunkeln sie unverdrossen - und gehen auf „Kamelle“-Jagd. Immerhin wollten allein die Kölner Karnevalisten nach Angaben des Festkomitees rund 300 Tonnen Süßigkeiten schmeißen, darunter 700.000 Tafeln Schokolade und 220.000 Pralinenschachteln.

Von RND/dpa

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