Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Panorama Retter hoffen auf zweites 
Wunder
Nachrichten Panorama Retter hoffen auf zweites 
Wunder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:49 01.07.2009
Die 13-jährige Überlebende
Die 13-jährige Überlebende Quelle: afp
Anzeige

Da hatten Suchtrupps Bahia Bakari aus den Fluten des Indischen Ozeans gezogen. Das 14-jährige Mädchen aus Marseille war beim Absturz des Airbus A310 der jemenitischen Fluggesellschaft Yemenia Air mit leichten Verbrennungen davongekommen. Zehn Stunden lang hatte sie sich „an irgend so ein Ding geklammert“, wie sie am Mittwoch ihrem Vater Kassim Bakari erzählte, der im Krankenhaus der Inselhauptstadt Moroni angerufen hatte.

Am Mittwochmittag, als die Zahl von 152 Todesopfern und einer Überlebenden bereits unumstößlich schien, kündigte sich dann das zweite Wunder an. Suchtrupps meldeten den Ärzten des Krankenhauses von Moroni, sie sollten sich auf die Behandlung eines zweiten Überlebenden vorbereiten: eines fünfjährigen Jungen. Doch der angekündigte Patient war bis zum Abend nicht eingetroffen.

Während die Rettungskräfte weiter auf Wunder hoffen und nach Überlebenden Ausschau halten, wächst bei den Angehörigen der Absturzopfer die Wut. „Da ist Hass“, sagte der Vater der 14-jährigen Bahia am Mittwoch dem Rundfunksender „France-Info“. Auch seine Frau war an Bord des 1990 in Dienst genommenen Airbus A310. Von ihr fehlt jede Spur. Kassim Bakari macht für das Unglück die Nachlässigkeit der Aufsichtsbehörden und die Skrupellosigkeit der jemenitischen Fluggesellschaft verantwortlich. Sie habe für die Strecke von Sanaa nach Moroni „einen fliegenden Sarg“ eingesetzt, sagt er.

Letztlich dürfte erst die Auswertung der auf dem Meeresgrund liegenden Flugschreiber Aufschluss über die Absturzursache bringen. Eine der beiden Black Boxes wurde am Mittwoch geortet und soll von dem französischen Schiff „La Rieuse“ geborgen werden. Experten schließen nicht aus, dass Windböen oder ein Pilotenfehler zur Katastrophe geführt haben. „Ich habe die Maschine beim Landeanflug gesehen und beobachtet, dass sie noch einmal umgedreht hat, was ich nicht verstanden habe“, gab der frühere komorische Verteidigungsminister, Houmed Msaidié, zu Protokoll, der am Flughafen von Moroni einen Verwandten abholen wollte.

Fest steht, dass Frankreichs Behörden bei der Unglücksmaschine vor zwei Jahren technische Mängel ausgemacht und sie von den Flughäfen des Landes verbannt hatten.

von Axel Veiel

Mehr zum Thema

Von den beiden Flugschreibern des vor den Komoren abgestürzten Passagierflugzeugs fehlt nun doch noch jede Spur. Der französische Staatssekretär für Entwicklungshilfe, Alain Joyandet, revidierte am Mittwochnachmittag seine Angaben vom Vormittag.

01.07.2009

Nach dem Absturz eines Passagierflugzeugs vor den Komoren ist ein Überlebender gefunden worden. Dies teilte ein Vertreter von Air Yemenia am Dienstag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa mit.

30.06.2009

Knapp einen Monat nach dem Absturz einer Air-France-Maschine über dem Atlantik ist vor den Komoren erneut ein Airbus ins Meer gestürzt.

30.06.2009