Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Panorama Räuber seilen sich von Helikopter ab
Nachrichten Panorama Räuber seilen sich von Helikopter ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:13 23.09.2009
Der Hubschrauber wurde wenig später verlassen auf einem Feld gefunden.
Der Hubschrauber wurde wenig später verlassen auf einem Feld gefunden. Quelle: afp
Anzeige

Der Hubschrauber wurde später 30 Kilometer weiter nördlich in einer Waldlichtung gefunden, Täter und Beute waren verschwunden.

Kurz nach fünf Uhr wurden Nachbarn des Depots der Sicherheitsfirma G4S durch den Fluglärm geweckt. „Ich spähte durch die Gardinen und sah, wie der Helikopter näher und näher kam“, sagte ein Augenzeuge der Zeitung „Aftonbladet“. „Er hatte alle Lichter ausgeschaltet.“ Eine Polizeisprecherin bestätigte den Verlauf: „Der Hubschrauber landete auf dem Dach. Dann drangen drei bis vier bewaffnete Personen in das Gebäude ein, indem sie ein Dachfenster einschlugen. Danach waren in dem Gebäude mehrere Explosionen zu hören“, schilderte Ulrika Lönngren den Überfall. Zeugen sahen, wie der Hubschrauber über dem Haus kreiste, wie er wieder landete, als die Räuber auf das Dach zurückkehrten und wie sie Geldsäcke an Bord hievten. Dann verschwanden sie so niedrig fliegend, dass der Polizeiradar Schwierigkeiten hatte, ihre Route zu verfolgen.

Die Polizei war zwar rasch alarmiert worden und war bereits am Tatort, als sich die Täter noch in dem Gebäude befanden. Die Jagd auf die Gangster war jedoch zunächst behindert: Unbekannte hatten mit einer Bombenexplosion in einem Polizei-Hangar gedroht und neben den dort geparkten Helikoptern eine Tasche angebracht, in der sich angeblich Sprengstoff befand. Die Straßen hatten Mittäter durch „Krähenfüße“ blockiert, spitze Metallgegenstände, die Autoreifen zum Platzen bringen.

Über das Ausmaß der Beute gab es gestern noch keine genauen Angaben, doch der Tag für den Überfall war gut gewählt. Denn am Freitag ist Zahltag für Lohn und Pensionen, und da müssen die Geldautomaten gefüllt sein. Daher befand sich wohl überdurchschnittlich viel Bargeld in der Zentrale der Sicherheitsfirma, zu deren Aufgaben es zählt, die Automaten zu bedienen.

Die Polizei konzentriert ihre Fahndung nun auf die „üblichen Verdächtigen“, wie ein Sprecher sagte. Nach einer Serie von brutalen Überfällen auf Geldtransporte vor ein paar Jahren hatte zuletzt Ruhe geherrscht, was man auf bessere Sicherheitsvorkehrungen zurückführte.

von Hannes Gamillscheg