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Panorama Kontrolle eskaliert: Was läuft da schief zwischen Polizei, Rettern und Bürgern?
Nachrichten Panorama Kontrolle eskaliert: Was läuft da schief zwischen Polizei, Rettern und Bürgern?
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16:41 20.04.2019
Dieses Foto eines eskalierten Rettungseinsatzes in Niedersachsen stammt aus dem Jahr 2015. Quelle: Theo Bick/dpa
Mülheim

Es sollte eine normale Kontrolle werden: In Mülheim an der Ruhr fiel Polizisten ein offenbar betrunkener Autofahrer auf. Doch der Versuch, dem Verdacht nachzugehen, endete am Freitagabend im Tumult. Statt anstandslos für einen Bluttest mit auf die Wache zu kommen, alarmierte der Verdächtige oder einer seiner Begleiter Bekannte und Familie.

Kurze Zeit später belagern rund 50 Personen den Einsatzort und bedrängen die Polizisten mitten auf der Straße. Es folgten ein mehrstündiger Einsatz, abgesperrte Straßen und Festnahmen. Die aufgebrachte Menge stammt der Polizei zufolge vor allem aus Osteuropa. Dass Freunde und Familie gerufen werden, um sich gegen die Polizei zu wehren, sei bei dieser Klientel nicht unüblich, sagt die Polizei in Essen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Feuerwehr wünscht sich Polizeischutz

Immer wieder müssen sich Polizisten aber auch Sanitäter und Feuerwehrleute gegen Angriffe im Einsatz wehren. Allein in der Silvesternacht etwa zählte die Berliner Feuerwehr 49 Angriffe auf Retter im Einsatz. Die Gewalt nehme dramatisch zu, berichtete die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft und brachte Polizeischutz für Retter ins Spiel – wenigstens an Silvester.

Die Fahrer von Rettungswagen wiederum berichten regelmäßig davon, dass nach Unfällen keine Rettungsgassen mehr gebildet werden. Doch sind die Bürger brutaler und uneinsichtiger geworden im Umgang mit Ordnungshütern und Rettern?

Statistiken zufolge nehmen die Angriffe auf Retter im Einsatz zu. In Niedersachsen stieg die Zahl der Fälle von 129 im Jahr 2014 auf 215 im Jahr 2017.

Der Kriminologe Christian Pfeiffer glaubt dennoch nicht, dass die Menschen an sich brutaler geworden sind. Statistisch lasse sich das aber sehr schwer be- oder widerlegen, sagte er der „Hamburger Morgenpost – zumal ein entsprechender Straftatbestand erst seit kurzem bestehe. Eine Ursache für Eskalationen sieht Pfeiffer darin, dass heutzutage fast jeder immer ein Handy dabei habe. Das verleite manche Passanten, Fotos von Unglücken oder Polizeieinsätzen zu machen – das könne schließlich zur Eskalation bestimmter Situationen führen, wenn die Einsatzkräfte gegen die Gaffer vorgehen. Oder – wie in Mülheim – dazu, dass Kontrollierte Verstärkung rufen, um sich gegen die Polizei zu wehren.

Verdächtige in Mülheim wieder auf freiem Fuß

Nach Angaben der Polizei sind alle Verdächtigen in Mülheim wieder auf freiem Fuß. In der Tasche haben sie Anzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Landfriedensbruch.

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Von pach/dpa/RND

Eigentlich wollten Mülheimer Polizisten nur einen nach Alkohol riechenden Autofahrer zur Blutprobe auf die Wache mitnehmen. Doch die Verkehrskontrolle endete mit Tumult und Großeinsatz im Ruhrgebiet.

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