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Panorama Planungen für Wiederaufbau in Japan beginnen
Nachrichten Panorama Planungen für Wiederaufbau in Japan beginnen
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19:42 13.04.2011
Ein Junge verbrennt duftende Essenzen am Grab seiner beim Tsunami getöteten Familie.
Ein Junge verbrennt duftende Essenzen am Grab seiner beim Tsunami getöteten Familie. Quelle: dpa
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Ministerpräsident Naoto Kan habe einen möglichen Ort bereits im Kopf, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Für Verwirrung sorgte am Mittwoch die angebliche Aussage Kans, die 20 Kilometer große Evakuierungszone rund um die Atomruine bleibe für die nächsten zehn bis 20 Jahre unbewohnbar. Sowohl Kan als auch Matsumoto dementierten dies später.

Der am Montag eingesetzte Rat zum Wiederaufbau der Städte wird sich voraussichtlich in seiner ersten Sitzung am Donnerstag mit dem Thema beschäftigen. In dem 15-köpfigen Gremium unter der Leitung von Makoto Iokibe von der Akademie für Verteidigung sitzen neben Experten verschiedener Fachrichtungen auch die Gouverneure der am schwersten betroffenen Präfekturen Miyagi, Iwate und Fukushima. Erste Vorschläge werden im Juni erwartet.

Während die Regierung angestrengt nach Lösungen für die noch nicht bezifferbare Zahl von möglichen Evakuierten sucht, bleiben die betroffenen Menschen jedoch skeptisch. Trotz der am Dienstag verhängten höchsten Gefahrenstufe rund um den verstrahlten Atommeiler Fukushima 1 wollen die meisten Japaner ihre Heimat offenbar noch nicht verlassen. Den wenigen, die gehen wollen, fehlen klare Aussagen zu finanziellen Perspektiven. Die Regierung erwägt derzeit, jedem Haushalt umgerechnet 10.000 Euro Entschädigung zu zahlen.

In der Unglücksregion selbst gingen die Aufräumarbeiten trotz erneuter Erdstöße weiter. Mitarbeiter des Energiekonzerns Tepco pumpen seit Dienstagabend (Ortszeit) erneut hochgradig verseuchtes Wasser, das sich in einem Tunnelschacht des Reaktors 2 angesammelt hat, in einen Auffangbehälter, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press meldete. Tepco plant, insgesamt rund 60 Millionen Liter Wasser aus den Kellern der Reaktoren zu entfernen, berichtete Kyodo.

Unterdessen hat der US-Seismologe Robert Geller der japanischen Regierung eine falsche Einschätzung der Situation beim Erdbeben vorgeworfen. Dass dieses so verheerend ausgefallen sei, liege daran, dass die Regierung auf ein Erdbeben an der südlichen Pazifikküste des Inselstaates fixiert gewesen sei, erklärte Geller, der an der Universität Tokio lehrt, in einem am Mittwoch veröffentlichten Beitrag für das Magazin „Nature“. Historische Aufzeichnungen hätten aber gezeigt, dass in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach der Nordosten Japans getroffen worden sei, und man hätte die Katastrophe zumindest allgemein „vorhersehen“ und Vorsichtsmaßnahmen treffen können, kritisierte der US-Forscher.

Marco Hadem