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Panorama Mary Quant: Rebellion im Minirock
Nachrichten Panorama Mary Quant: Rebellion im Minirock
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13:00 21.04.2019
Mary Quant mit ihren Models: In den Sechzigerjahren sorgte die britische Designerin mit kurzen Röcken, maskulinen Kragen und grellen Farben für Aufsehen. Quelle: PA Archive
Hannover

Der Drang, die Dinge zu verändern, keimte schon früh in Mary Quant. Die britische Modeschöpferin, die den Minirock in den 1960er-Jahren zum Symbol für Rebellion und gesellschaftlichen Wandel erhob, schrieb 1945 als 15-Jährige in ihr Tagebuch: „London ist von Bomben zerstört, und nur der Sommerflieder blüht. Der Nebel überlagert alles. Ich sehe nur Bahnhöfe, Teebeutel, Nylonstrümpfe und Strumpfhalter.“

Zehn Jahre später eröffnete Quant auf der King’s Road in London Bazaar, ihre erste Boutique und löste damit eine „Revolution in Design, Lebensstil und Mode aus“, wie Tristram Hunt, Direktor des Londoner Victoria and Albert-Museums, vor der Ausstellungseröffnung sagte.

Sie habe die Jugendbewegung der Sechzigerjahre genutzt und gezeigt, „wie Mode den gesellschaftlichen Wandel vorantreiben kann“. Die inzwischen von der Queen zur Dame erhobene Quant schrieb seinerzeit zu dem Ereignis: „Wir wussten, wir mussten es selbst machen, sonst würde nichts passieren.“

Eine Galerie-Assistentin überprüft Kleider an Schaufensterpuppen bei einer Vorschau der Ausstellung zu Mary Quant, Designerin und „Mutter des Minirocks" im Victoria and Albert Museum. Quelle: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

In der Ausstellung über zwei Etagen kann der Besucher zunächst mit Filmen und einer Reihe von „Schaufenstern“ in die „Swinging Sixties“ eintauchen. Die auf Wunsch ihrer Eltern zunächst zur Kunstlehrerin ausgebildete Quant setzte mit knalligen Farben, Streifen und Punkten, Reißverschlüssen und Hotpants neue Akzente.

Sie nähte anfangs über Nacht in ihrem möblierten Zimmer die Ware für den nächsten Tag, stöberte in Fabriken Stoffe auf und zeigte viel Humor: Zwischen die Mannequins im Schaufenster platzierte sie ausgestopfte Vögel, Goldfische im Glas und einen toten Hummer an der Leine – Passanten blieben wie angewurzelt stehen.

Mary Quant gab mir das Gefühl, ich selbst zu sein“

In der Ausstellung sind rund 120 Kleidungsstücke, Accessoires, Kosmetik, Skizzen und Fotos zu sehen, von denen viele laut Hunt nach einem bisher beispiellosem Zugang zum Quant-Archiv erstmals gezeigt werden. Auf eine Crowdfundingkampagne unter dem Hashtag #WeWantQuant reagierten rund 1000 Quant-Fans, die dem Museum 35 „Lieblingskleider“ und zahlreiche Fotos zur Verfügung stellten.

„Mein Regenmantel war im Sturm nicht immer praktisch“, schrieb eine Frau. „Aber er war ein Statement.“ Eine andere Spenderin fand: „In den 1960er-Jahren hatten alle Frauen Kurven. Mary Quant gab mir das Gefühl, ich selbst zu sein.“

In der Vitrine mit grellen PVC-Stiefeln der Marke Quant Afoot, die nur mit Reißverschluss anzubekommen sind, ist zu lesen: „Sie sahen lustig aus, waren aber unbequem und schwitzig.“ Auch die viel verwendeten Synthetikmaterialen und die Anpreisung von Pelzmänteln „für jede Frau“ dürften heute nicht mehr ankommen. Andere Exponate, wie Plattformschuhe und Faltenröcke, sind dagegen hochaktuell.

Mary Quants „Beauty Bus“ mit dem Gänseblümchenlogo. Quelle: Alamy

Quant war auch in ihren Geschäftspraktiken der Zeit voraus: Sie schuf ihr eigenes Gänseblümchenlogo und propagierte die Massenproduktion. „Der Snobismus hat sich überlebt“, erklärte sie und verkündete, dass ihre Mode gleichermaßen für „Herzoginnen und Stenotypistinnen“ gemacht sei. Quant brach mit Klischees und überwand Gendergrenzen mit der Integration maskuliner Linien in ihren Stil nach dem Motto: „Von den Jungs abgeguckt.“

Ob Jerseykleider mit Bubikragen, Trägerröcke und Latzhosen, Rüschen oder Schottenmuster – die Assoziation mit britischer Tradition lag nie weit entfernt. „Ich wollte nie erwachsen werden, vielleicht hat es damit etwas zu tun“, schrieb sie zu ihren Trägerröcken mit Falten und Rollkragenpullis, die einer Schuluniform ähneln. Material wie Jersey wurden in Rugby, Fußball und Kricket, Streifen im Militär, Nadelstreifen in der City und Mäntel mit abnehmbaren Cape-Kragen von Sherlock Holmes verwendet.

Mary Quant beim Aussuchen von Stoffen für ihre Kollektionen. Quelle: Rolls Press/Popperfoto/Getty Images

Ein Foto nach der Auszeichnung durch die Queen im Jahre 1966 zeigt Quant im simplen beigfarbenen Jersey-Minikleid, Handschuhen und Baskenmütze. „Komischer Aufzug für den Palast“, kritisierte die „Daily Mail“. Der Designerin war das, wie immer, egal. Quant, die im Februar 85 wurde, zog sich im Jahr 2000 aus ihrem weltweiten Imperium zurück. Ihr Stil aber ist nach wie vor präsent.

Von Anna Tomforde

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