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Panorama Maria H. spricht über ihre Gefühle für ihren Entführer und ihren Missbrauch
Nachrichten Panorama Maria H. spricht über ihre Gefühle für ihren Entführer und ihren Missbrauch
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10:48 11.07.2019
Mehr als fünf Jahre lang war die minderjährige Maria H. mit ihrem Entführer verschwunden. Quelle: Patrick Seeger/dpa
Freiburg

Als 13-Jährige verschwand Maria H. von zu Hause, tauchte mit einem 40 Jahre älteren Mann im Ausland ab. Erst nach mehr als fünf Jahren kehrte das Mädchen zurück, der Mann wurde festgenommen. Am Dienstag verurteilte das Landgericht Freiburg den 58-Jährigen wegen schwerer Kindesentziehung und sexuellen Missbrauchs in mehr als 100 Fällen. Jetzt spricht Maria über die Zeit mit ihrem Entführer.

In einem Interview mit dem Sender „RTL“ beschreibt die heute 19-Jährige, wie ihr Entführer das Mädchen an sich gebunden hat. „Er sagte gleich: ,Ich habe mich in deine Worte verliebt, in alles einfach und deswegen kann ich auch bei meiner Frau nicht mehr wohnen.’“

Maria H. fühlt sich verantwortlich

Maria habe an die Liebesbeziehung geglaubt, fühlte sich dafür verantwortlich, dass ihr Entführer für sie sein Haus und seine Familie verlassen hat. „Da hat das glaube ich dann schon angefangen mit der Verantwortung“, erinnert sich die 19-Jährige. „Ich habe mir gedacht: ,Du kannst ihn doch nicht jetzt damit alleine lassen, was er alles für dich alles aufgegeben hat.’“

„Lieber fünf Minuten die Augen zu und durch“

Doch schon bald habe sich die Liebesbeziehung verändert. Es sei nur noch um die Befriedigung der Bedürfnisse ihres Entführers gegangen. „Da habe ich mir gedacht: ,Warum machst du das?’“ Maria habe sich schlecht und benutzt gefühlt. Hatte jedoch Angst davor, was sein könnte, wenn sie sich ihm verweigert. „Das wäre doch total komisch und nachher wäre er sauer und würde irgendwie sagen, wenn du das nicht willst, dann sorge ich da nicht mehr für dich.“ Also habe sie durchgehalten, fünf Jahre lang. „Und so hart das klingt: Lieber fünf Minuten die Augen zu und durch anstatt jetzt so ein großes Fass aufzumachen deswegen.“

Kennengelernt habe der 40 Jahre ältere Mann die Minderjährige im Internet. In Chats hätte er sich als Teenager ausgegeben. Quer durch Europa reisten die beiden und lebten schließlich in einem Dorf in Sizilien. Während des Prozesses habe Maria H. schmerzhaft erkannt, was für ein Mensch ihr Entführer tatsächlich sei und dass die Liebe die ganze Zeit nur vorgespielt gewesen war. „Diese Aussagen, dieser ganze Prozess und mit diesen Worten, die der Richter gesprochen hat. (...) Die ganzen letzten Jahre waren dann zu Ende. Auf einmal – als ob man eine ganz große Last von mir nehmen würde.“

Lesen Sie auch:Maria H. äußert sich zu ihrem Verschwinden: „Ich hatte schreckliche Angst“

Von RND/mat

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