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Panorama Lügde-Prozess: Hauptverdächtiger Andreas V. vorläufig verhandlungsunfähig
Nachrichten Panorama Lügde-Prozess: Hauptverdächtiger Andreas V. vorläufig verhandlungsunfähig
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17:22 31.07.2019
Der Angeklagte Andreas V. Ende Juni im Landgericht Detmold. Nun soll er ernsthaft erkrankt und vorläufig verhandlungsunfähig sein. Quelle: Bernd Thissen/dpa-POOL/dpa
Detmold

Der Prozess um den hundertfachen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde kommt ins Stocken: Der Angeklagte Andreas V. (56) ist nach Angaben eines Gerichtssprechers ernsthaft erkrankt und vorläufig verhandlungsunfähig. Beim für Donnerstag angesetzten Prozesstermin wird daher nur gegen den zweiten Angeklagten Mario S. (34) verhandelt, das Verfahren um Andreas V. wird zunächst abgetrennt.

Damit der Prozess nicht komplett platzt, wird es am Freitag laut Gericht einen sogenannten Schiebetermin geben, bei dem wenige Minuten verhandelt werden soll. Wie ein Gerichtssprecher sagte, hat der Verteidiger von Andreas V. zugesagt, dass sein Mandant gegebenenfalls auch gegen ärztlichen Rat dazu kommen werde. Der Hintergrund: Die Verhandlung darf nicht länger als drei Wochen pausieren.

Urteil gegen Lügde-Angeklagte soll spätestens Ende August fallen

Das Gericht will ab dem 15. August wie geplant weiter verhandeln. Sollte Andreas V. bis dahin wieder gesund sein, könnte sein Verfahren wieder mit dem von Mario S. zusammengelegt werden. Das Urteil gegen die beiden soll eigentlich spätestens Ende August fallen.

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Details zur Erkrankung von Andreas V. wurden vom Gericht nicht genannt. Ihm wird in der Anklage vorgeworfen, in seinem Wohnwagen auf einem Campingplatz in Lügde jahrelang Kinder - darunter seine Pflegetochter - missbraucht zu haben.

Ein erstes Urteil im Fall Lügde ist bereits im Juli gefallen: Das Landgericht Detmold hatte einen Mann aus Niedersachsen wegen Anstiftung und Beihilfe zum sexuellen und schweren Missbrauch von Kindern zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Staatanwalt Detmold hat nach dem Urteil einen Antrag auf Revision gestellt.

Von RND/dpa