Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Panorama Liveticker Waldbrand: „Löschen, löschen, löschen. Das Feuer muss weg“
Nachrichten Panorama Liveticker Waldbrand: „Löschen, löschen, löschen. Das Feuer muss weg“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:41 02.07.2019
Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel den großflächigen Waldbrand. Quelle: picture alliance/dpa
Lübtheen

Bei der Bekämpfung eines großen Waldbrandes auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Mecklenburg-Vorpommern setzen die Löschkräfte auf die Unterstützung der Bundeswehr, die mit schwerer Technik anrückte und begann, sichere Wege in das Brandgebiet zu öffnen. Hubschrauber mit Löschwasser sind unentwegt im Einsatz.

Doch die Dauerbewässerung der Randflächen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen hat Folgen: Wie der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD), am Dienstag mitteilte, kann an einigen Stellen inzwischen kein Wasser mehr gefördert werden. „Die ersten Brunnen steigen aus“, sagte der Chef des Einsatzstabs.

„Wir gehen nun von der Verteidigung auf Angriff über“

Bislang sei es darum gegangen, am Rande des Truppenübungsplatzes gelegene und zum Teil auch schon geräumte Dörfer vor dem Übergreifen des Feuers zu schützen. Dies sei gelungen. „Wir gehen nun von der Verteidigung auf Angriff über“, sagte der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim und Chef des Einsatzstabes, Stefan Sternberg (SPD).

Der verheerende Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich weiter ausgedehnt. Er hat nach jüngsten Angaben inzwischen eine Gesamtfläche von rund 1200 Hektar (12 Quadratkilometer). Die Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung.

Nach dem Ort Alt Jabel wurde auch das 131 Einwohner zählende Dorf Trebs am westlichen Rand des Übungsplatzes geräumt. Die Gesamtzahl der Menschen, die bislang in Sicherheit gebracht wurden, lag nach Angaben eines Kreis-Sprechers bei etwa 650. Landrat Stefan Sternberg (SPD) hatte bereits am Montagabend den Katastrophenalarm verhängt. Es sei sein Ziel, diesen Menschen so rasch wie möglich die Rückkehr zu ermöglichen, sagte der Landrat. Darüber könne jedoch frühestens am Mittwoch entschieden werden.

Liveticker: Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern

  • 02.07.19 18:59
    Der Liveticker ist für heute beendet.
  • 02.07.19 18:43
    „Der Brand ist nicht unter Kontrolle und breitet sich weiterhin aus. Wir haben es jetzt mit einer Gesamtfläche von rund 1200 ha zu tun.“, sagt Landrat Stefan Sternberg nach der Lagebesprechung.
  • 02.07.19 17:46
  • 02.07.19 16:47
    Sie gab den Medienvertretern nur ein sehr kurzes Statement und brach dann zur Lagebesprechung auf.
  • 02.07.19 16:44
    Ministerpräsidentin Schwesig ist im Lagezentrum eingetroffen.
  • 02.07.19 16:07
    Bremens Polizei ist mit zwei Wasserwerfern bei Lübtheen im Einsatz.
  • 02.07.19 16:05
  • 02.07.19 16:05
    Hilfe kommt auch von den Berliner Flughäfen.
  • 02.07.19 15:37
    Auf Luftbildern wird deutlich, wie nah der Wald an Trebs, einem der evakuierten Dörfer, heranreicht.
  • 02.07.19 15:19
    Till Backhaus ist seit heute früh um halb sech am Einsatzort. Um 17:15 Uhr sagt er: „Ich muss mal was essen, dazu kam ich heute noch nicht.“ Er stellt sich in die Schlange mit den Feuerwehrleuten und bekommt kalte Bockwurst und heiße Suppe.
  • 02.07.19 15:01
    Die Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) wird sich verzögern. Erst gegen 18:00 Uhr wird sie in Lübtheen eintreffen. Sie ist heute aus ihrem Urlaub in Südfrankreich zurückgereist.
  • 02.07.19 14:48
    Einsatzkräfte sind erschöpft.
  • 02.07.19 14:47
    Auch das Technische Hilfswerk ist zahlreich vor Ort.
  • 02.07.19 14:46
    Innenminister Lorenz Caffier (CDU) besucht die Bäckerei Straßer. Die Familie hatte sich als eine der ersten bereit erklärt kostenlos Gebäck an die Helfer zu liefern.
  • 02.07.19 14:18
    „Helden der Lüfte“
    Dirk Diedrichsen (42) Polizeihauptmeister, Olaf Müller (51) Polizeihauptmeister und Karsten Wagner (48) Polizeihauptkommissar zwischen zwei Einsätzen. Zusammen mit ihrem Piloten und einem Operator, der den Wassertank bedient, unterstützen sie die Feuerwehr aus der Luft.
Tickaroo Liveblog Software

Munition im Boden erschwert Löscharbeiten

Inzwischen seien insgesamt fast 3000 Kräfte über den Tag verteilt im Einsatz. „Wie lange wir das mit dem ehrenamtlichen Potenzial noch aufrechterhalten können, wissen wir nicht. Darum geht jetzt alle Kraft in die Richtung, dass wir so schnell wie möglich löschen, löschen, löschen. Das Feuer muss weg“, sagte Sternberg.

Erschwert wurden die Löscharbeiten durch im Boden liegende Munition, die die Löschkräfte zwingt, einen Sicherheitsabstand von etwa 1000 Metern einzuhalten. Wegen der Hitze kommt es dort regelmäßig zu Detonationen der Munition. Auch die Hubschrauber mit dem Löschwasser werfen ihr Wasser nicht direkt über dem Brandgebiet ab, sondern wässern und kühlen den Waldrand. Mit dem Wasser werden an den Waldrändern sogenannte Sperrriegel geschaffen, die bislang ein Übergreifen der Flammen auf nahe gelegene Dörfer verhinderten. Direkt Wasser in die Flammen zu schütten ist wegen der Munition zu gefährlich.

Die Aufgabe ist riesig, führt die Feuerwehrleute bis an den Rand der Erschöpfung. Dennoch schöpfen die Verantwortlichen Zuversicht, das vor allem am Boden wütende Feuer unter Kontrolle bringen und schließlich löschen zu können. Pausen sind wichtig, auch müssen Fahrzeuge, Schläuche und Geräte immer wieder gecheckt werden. Rostocker Einheiten hatten Pumpen und mehrere tausend Meter Schläuche in das Waldbrandgebiet gebracht.

Um genügend Wasser für die ab Mittwoch geplante Löschaktion auf dem Truppenübungsplatz selbst bereitstellen zu können, sei ein Fluss in der Nähe auf über drei Meter angestaut worden. Zudem solle auch Wasser aus umliegenden Seen und der etwa 20 Kilometer entfernten Elbe herangeholt werden. „Alles, was an Wasser möglich ist, wird jetzt in diese Region geholt“, betonte Sternberg.

Seit Montag bringen Traktoren mit bis zu 30 000 Liter fassenden Tanks unablässig Wasser zu den Einsatzstellen der Feuerwehren. Dabei nutzen sie unter anderem Entwässerungskanäle auf den Feldern. Doch zum Teil werden auch Tiefbrunnen angezapft, um die Depots zu füllen.

Zur Unterstützung der Feuerwehren waren am Dienstag erstmals auch Wasserwerfer der Polizei im Einsatz. Sie sollen nach Angaben Sternbergs am Mittwoch mit in die als weniger belastet eingestuften Regionen vordringen und das Feuer auch von innen bekämpfen.

Wie der Chef des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, Brigadegeneral Gerd Kropf, sagte, wurden bei der Planung des Räumpanzer-Einsatzes auch Bundeswehrangehörige zurate gezogen, die auf dem 2013 stillgelegten Übungsplatz tätig waren. Mit deren Hilfe seien früher befahrene Wege ausfindig gemacht worden. „Die Pioniere haben einige Schneisen geräumt, damit die Einsatzkräfte der Feuerwehr rein können“, sagte Kropf.

Menschen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt von Rauchentwicklung betroffen

Wegen der Rauchentwicklung waren auch Menschen in Brandenburg und im Norden Sachsen-Anhalts aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, wie aus einer amtlichen Warnung der Regional-Leitstelle Nord-West über die Notfall-Informations- und Nachrichten-App „NINA“ hervorging.

In Brandenburg waren demnach die Städte Brandenburg an der Havel und Potsdam betroffen, außerdem Bewohner in den Landkreisen Havelland, Ostprignitz-Ruppin, Potsdam-Mittelmark und Prignitz. Im nördlichen Sachsen-Anhalt sollten die Auswirkungen demnach in der Altmark und im Landkreis Stendal spürbar sein. Der Brandgeruch war am Montag auch in Berlin wahrnehmbar. Die Hauptstadt-Feuerwehr twitterte: „Der Geruch ist lästig, aber nicht gefährlich.“

Von RND/dpa