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Panorama Kippen in den Sand – Kommt ein Bußgeld für die Strand-Ökosünder?
Nachrichten Panorama Kippen in den Sand – Kommt ein Bußgeld für die Strand-Ökosünder?
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15:13 19.06.2019
Die Abgebrannten: In Stuttgart kostet es 100 Euro, wenn man Straße und Trottoir als Aschenbecher verwendet. Bald auch am Timmendorfer Strand? Quelle: Imago/Ulrich Zillmann
Lübeck

Abgebrannt – in den Sand. Die gemeine Zigarettenkippe landet – wenn die Zigarette unterwegs geraucht wurde – meist nicht in Aschenbechern. Sie wird lässigweggeschnippt, mit Glück löscht der Betreffende mit der Schuhspitze wenigstens die Glut. Überall Achtlosigkeit - ob in der Stadt, auf dem Land oder am Strand. In Stuttgart kostet das inzwischen 100 Euro.

Die Strandkorbvermieter am Timmendorfer Strand haben alle Hände voll zu tun, den Rauchermüll wegzuräumen, berichten die „Lübecker Nachrichten“ (LN). Einen Strandkorbvermieter zitieren sie, der es gut fände, müssten die Ökosünder unter den Rauchern ein Bußgeld zahlen.

Kippen am Strand – „20 Euro wären angemessen“

In Stuttgart kostet die Kippe auf dem Trottoir 100 Euro. Der Korbvermieter will den Kippenstippern nicht zu tief in die Tasche greifen: „100 Euro ist vielleicht ein bisschen viel“, sagt der 49-jährige Lars Böttcher, „20 Euro wären angemessener.“

Tagsüber seien die Korbmieter ansprechbar und würden ihre Zigarettenstummel mitnehmen, ließen sich auch darauf aufmerksam machen, dass Böttcher kostenloser Strandaschenbecher anbiete.

Am schlimmsten sei es morgens, sagt Böttcher den LN. „Da finde ich die Hinterlassenschaften der Leute, die abends, wenn wir geschlossen haben, vor den Körben und an den Tretbooten sitzen. Die rauchen und stecken ihre Zigarettenstummel einfach in den Sand.“ Er ziehe sie dann heraus. Seien sie ganz in den Sand gedrückt, spüle meist erst der nächste Regen die Kippen an die Oberfläche.

Kippen am Strand – An manchen Stränden gibt es Sammlerlohn

„Eklig“, finden das Renate und Werner Böttcher (82 und 84) aus Bremen. Mit ihrer Enkelin Lara (18) haben sie einen Strandkorb gemietet. Und davor liegen achtlos weggeworfene Kippen. „Kleine Kinder heben die auf und stecken sie in den Mund“, befürchtet Renate Böttcher. „Daran sollten diese Raucher mal denken.“ Trotzdem befürwortet sie ein anderes Erziehungs-Modell, von dem sie einmal gehört hat: „Anderswo gibt es zehn Euro, wenn man einen Eimer voll Kippen sammelt. Das ist auch keine schlechte Idee.“

Ob Behörden vor Ort die Stuttgarter Idee aufgreifen, bleibt abzuwarten. Die Stadtverwaltung Lübeck und die Gemeinde Timmendorfer Strand ließen eine Anfrage der LN bislang unbeantwortet.

Von RND/ln/big

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