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Panorama Kind von Schule abgewiesen – Vater ist AfD-Politiker
Nachrichten Panorama Kind von Schule abgewiesen – Vater ist AfD-Politiker
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19:23 14.12.2018
Schule ist für alle da? In einer Berliner Waldorfschule wurde die politische Gesinnung des Vaters jetzt zum Aufnahmekriterium für ein Kind gemacht. Quelle: Armin Weigel/dpa
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Berlin

Ein Kind darf nicht an eine Waldorfschule – aus politischen Gründen. Der Vater ist ein Berliner AfD-Abgeordneter. Vorausgegangen war eine Diskussion unter Lehrern, Erziehern, Elternschaft und Oberstufenschülern, wie die „Berliner Zeitung“ (BZ) anonymisiert berichtete. Zudem seien der Vater des Kindes und seine Ehefrau bei einem Treffen mit Lehrern der Schule zu ihren politischen Ansichten befragt worden.

Befürchtung: Der Vater könnte den Schulfrieden gefährden

Die Entscheidung sei getroffen worden, um künftiges Konfliktpotenzial zu vermeiden, hieß es. Der Geschäftsführer des Trägervereins teilte der BZ mit, „keine Möglichkeit“ zu sehen, das Kind, das bereits die Waldorf-Kita besucht hatte, „mit der nötigen Unvoreingenommenheit und Unbefangenheit aufzunehmen“.

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Beides seien Grundvoraussetzungen, um die Entwicklung des Kindes angemessen zu fördern.“ Eltern sind in Waldorfschulen traditionell stark eingebunden. Befürchtungen seien geäußert worden, der Vater des Kindes könne „durch ausländerfeindliche oder nationalistische Äußerungen den Schulfrieden gefährden“ – so die BZ.

Der Vater sagte gegenüber der Zeitung, er wisse Politisches und Privates durchaus zu trennen und habe nicht vor im Vorstand der Schule tätig werden wollen. In der kontroversen Diskussion an der Schule hatten einige Eltern und Lehrer auch zu bedenken gegeben, dass hier ein Kind in Sippenhaft genommen werde und verwiesen auf die Meinungsfreiheit.

AfD-Beschwerdeportal sorgte für Unmut an den Schulen

Die AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetengaus hatte zuletzt mit einem Online-Beschwerdeportal für Unmut an den Schulen gesorgt: Schüler sollen hier Lehrer melden, die sich negativ über die AfD äußern.

Kommentar:
Schüler sollen Bürger werden – nicht Denunzianten

Von RND/big