Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Panorama Kimonos im Trend: Ein Hauch Japan für den Alltag
Nachrichten Panorama Kimonos im Trend: Ein Hauch Japan für den Alltag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 30.03.2019
Lässig wie eine Strickjacke – nur viel schöner: Kimonos trägt man heute im Alltag, oder, noch besser, am Strand. Quelle: unsplash
Hannover

Es ist kein Geheimnis, dass die Japaner wissen, wie das Leben läuft. Die Lifestyleseiten der Magazine zumindest sind voll davon: Der Japandi-Style, eine Mischung aus dem skandinavischen Wohlfühl-Hygge mit Schaffellen und vielen Kerzen sowie der schnörkellosen, asiatischen Einrichtungskultur mit ausgewählten Stücken aus Keramik, macht da gerade Karriere. Und auf Netflix hat die japanische Aufräumberaterin Marie Kondo der Welt jüngst beigebracht, wie sich das Alltagschaos ganz einfach in Boxen verstauen lässt.

Auch die Mode bekennt sich hier und da zum Minimalismus – und bedient sich dabei logischerweise ebenfalls in Japan. Der Kimono kommt – und zwar in Serie. Das kaftanartige Kleidungsstück ist seit einigen Saisons nicht nur auf den Laufstegen von Designern wie Valentino, Gucci oder Etro zu sehen, sondern, in einer kostengünstigen Variante mit hohem Polyesteranteil, auch an den Kleiderständern der internationalen Modeketten. Ein taubenblauer Kimono etwa, den die schwedische Modekette im vergangenen Sommer in einer Art Sonderedition herausbrachte, war so gefragt, dass das Stück bald ausverkauft war.

Der Kimono ist der neue Cardigan

Damit räumen die Modemacher zunächst einmal mit einem uralten Missverständnis auf: Denn der Kimono, in Japan viele Jahrhunderte lang ein alltägliches Kleidungsstück für drinnen und draußen, führte im Westen ein klägliches Schattendasein als Morgenmantel, gerade mal in Schlaf- und Badezimmern war er zu sehen oder in Ausnahmefällen an der Haustür, wenn der Milchmann klingelte.

Dabei sind die kunstvollen in Seide gewebten Muster dafür eigentlich viel zu schade: Die traditionellen Muster aus Kirschblüten, Frühlingsvögeln und Lotusblumen lassen sich schließlich auch wunderbar zu Jeans und Paperbaghosen oder, im Sinne eines Kaftans, mit einem Bikini kombinieren. Nichts ist unmöglich, alles ist erlaubt. Die Kollegen von „Harper’s Bazaar“ sagen es so: „Der Kimono ist der neue Cardigan.“

Eigentlich also war es nur eine Frage der Zeit, bis der Kimono überall auf der Welt wieder zu dem Alltagsgegenstand wurde, den auch der ursprüngliche Begriff bezeichnet: Kimono – das steht im Japanischen nämlich für Anziehsache oder schlicht und einfach „Ding“, ein beiläufiges Kleidungsstück also, das ganz einfach seinen Zweck erfüllt.

So vielseitig wie eine von Marie Kondos Boxen

Allerdings gibt es in Japan nicht nur den einen Kimono für alle. Im Lauf der Jahrhunderte ist eine Vielzahl der traditionellen Modelle entstanden, die zu ganz unterschiedlichen Anlässen getragen werden. Es gibt Kimonos für die traditionelle Teezeremonie, für Hochzeiten und Phasen der Trauer.

Wer einen echten Kimono anziehen möchte, muss mehr als 20 Arbeitsschritte dabei vollziehen, bis schließlich am Ende der meterlange Obi, der Gewandgürtel, kunstvoll um die Körpermitte gewunden wird.

Wir können also froh sein, dass die Mode eine praktische Lösung gefunden und den Kimono von unnötigem Ballast befreit hat. Auf diese Weise ist er so vielseitig wie eine von Marie Kondos Boxen. Die Knitterfalten des Pyjamas sind darin ebenso gut aufgehoben wie die blasse Haut am ersten Urlaubstag im Bikini. Und eleganter als eine schnöde Strickjacke ist er allemal.

Von Dany Schrader

Zwei Teenager haben in Oberhausen mit einem nächtlichen Besuch bei einem Mädchen einen Polizeieinsatz ausgelöst. Nachbarn hielten die Jungen für dreiste Einbrecher.

30.03.2019

In Hamburg hat die Polizei am Freitagabend 600 Abiturienten nach Hause geschickt. Die Schüler hatten in einem Park ihre abgeschlossenen Prüfungen gefeiert.

30.03.2019

Thomas und Thea Gottschalk haben sich getrennt – nach 42 Jahren. Ihre Ehe gilt nun als „gescheitert“. Doch ist das nicht eine veraltete Sicht auf die Liebe? Sollten wir uns langsam endgültig von den Liebesidealen der Romantik verabschieden? Denn: Auch was nicht ewig währt, kann gelungen sein.

30.03.2019