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Panorama Katastrophe überlebt: Die Glücklichen von Genua
Nachrichten Panorama Katastrophe überlebt: Die Glücklichen von Genua
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16:20 15.08.2018
Ein Bild für die Ewigkeit: Ein grüner Lkw steht nur wenige Meter vor dem Abgrund auf der Autobahnbrücke Morandi. Quelle: Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa
Genua

Seine Stimme klingt gelassen. Seine Anweisungen sind klar und deutlich. „Hört mir zu“, ruft der Verkehrspolizist den Menschen zu, die am Fuß der Morandi-Brücke kurz nach deren Einsturz in Genua warten. „Erst euer Leben, dann eure Autos.“

Mehr als 100 Menschen stehen dem Polizisten gegenüber. Sie sind gerade noch einmal dem Tod von der Schippe gesprungen. Nur wenige Sekunden haben darüber entschieden. Als das rund 80 Meter lange Teilstück der Ponte Morandi nachgab und Laster und Pkw in die Tiefe riss, befanden sie sich gerade noch auf der sicheren Seite des Bauwerkes. Ein paar Meter weiter und auch sie wären mit ihren Fahrzeugen nach unten gestürzt und von den Trümmern begraben worden.

Schock in Italien: In mehr als 40 Metern Höhe ist eine Brücke in beide Fahrtrichtungen auf einem Stück von rund 200 Metern eingestürzt.

Der Schock über die unfassbare Katastrophe scheint jedoch noch nicht bei allen eingesetzt zu haben. Die Menschen am Fuß der Brücke fürchten, dass auch der Rest des Bauwerks einstürzt – und ihre dort verwaisten Autos danach nur noch Schrottwert haben. „Eure Autoprobleme sind unwichtig“, sagt der Polizist. „Helft uns, bleibt zurück.“

Die Menschen lauschen seinen beruhigenden Worten – und bleiben tatsächlich zurück.

Instinktiv den Rückwärtsgang eingelegt

Kurz vor dem Abgrund steht verlassen ein grüner Lastwagen. Der Motor läuft noch immer, die Scheibenwischer sind eingeschaltet. Fahrer Luigi ist in Sicherheit. „Ich konnte mich retten, weil mich einer überholte und ich dadurch langsamer werden musste“, sagt er. „Als vor mir die Autos in die Tiefe fielen, bremste ich und legte den Rückwärtsgang ein.“ Dann habe er die Tür geöffnet und sei um sein Leben gelaufen. Sollte das Unglück je verfilmt werden, dann wäre dies eine Schlüsselszene.

Auch auf der anderen Seite der Ponte Morandi gibt es Überlebende. Auch sie haben jede Menge Glück gehabt. „Ich sah die Brücke im Rückspiegel zusammenbrechen“, sagt ein Mann. „Ich hatte schreckliche Angst.“ Wie durch ein Wunder sei er noch immer unter den Lebenden.

Ex-Fußballprofi Capello – das Gesicht der Glücklichen

Wunder gibt es an diesem Tag einige. Der ehemalige italienische Fußballprofi Davide Capello hat auch eines erlebt. Zum Zeitpunkt des Unglücks befand sich der 33-Jährige auf dem vom Einsturz betroffenen Teilstück der Brücke. Dreißig Meter rauschte er mit seinem Auto in die Tiefe, ehe es sich zwischen Säulen und Trümmern verkeilte. „Es ist unglaublich“, sagt Ex-Torhüter von Cagliari Calcio. „Ich habe keinen Kratzer abbekommen.“

Ex-Fußballprofi Davide Capello überlebte wie durch ein Wunder den Brückeneinsturz in Genua.  Quelle: imago

Als ehemaliger Profikicker in der Zweiten Liga hat Capello Erfahrung mit den Medien. Er wird deshalb in den Stunden nach der Katastrophe zum begehrten Gesprächspartner für Fernsehen und Radio – und damit zum Gesicht der Glücklichen, die das Unglück von Genua überlebt haben.

Doch Capello ist nicht allein. Die Rettungskräfte finden weitere Überlebende in den Trümmern. „Es war wie lautes Gebrüll“, beschreibt ein Lastwagenfahrer den Moment des Einsturzes. „Dann machte ich den Abflug.“ Mit langsamen Schritten verlässt der Mann den Unglücksort. Sein Hemd wurde von Sanitätern zerschnitten, der rechte Arm geschient. Auch er wirkt überraschend ruhig. „Ich fühlte einen Schlag, dann fiel ich ungefähr zehn Meter“, sagt er in eines der zahlreichen Mikrofone, die ihm ins versteinerte Gesicht gehalten werden. „Ich erinnere mich an nichts anderes mehr.“

Von Denis Krick/RND

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