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Panorama Ist die Schweinegrippe in Deutschland angekommen?
Nachrichten Panorama Ist die Schweinegrippe in Deutschland angekommen?
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07:21 29.04.2009
In Hamburg gibt es seit Dienstag einen Verdachtsfall auf Schweinegrippe. Quelle: Roland Magunia/ddp
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In Mexiko stieg die Zahl der wahrscheinlich an dem Virus gestorbenen Menschen auf 159, wie die Regierung am Dienstagabend (Ortszeit) in Mexiko-Stadt mitteilte. Weitere Krankheitsfälle wurden unter anderem aus den USA, Kanada und Costa Rica gemeldet, während für vier Verdachtsfälle in Deutschland die endgültigen Ergebnisse am Mittwoch noch ausstanden.

Der mexikanische Gesundheitsminister José Angel Córdova sagte bei einer Pressekonferenz, nach zuletzt 152 Fällen werde nun in 159 Fällen vermutet, dass die Schweinegrippe zum Tod geführt habe. Die Zahl der bestätigten Todesfälle durch Schweinegrippe setzte Córdova hingegen von bislang 20 auf sieben herab. Er verwies darauf, dass für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur in sieben Fällen die Kriterien erfüllt seien. Bislang hätten die Gesundheitsbehörden 2498 mögliche Infektionen mit Schweinegrippe gezählt, sagte Córdova. Von den Patienten seien 1311 noch im Krankenhaus.

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Die Angst vor der Schweinegrippe legte das öffentliche Leben in Mexiko weitgehend lahm. Schulen und Universitäten blieben weiter geschlossen, in Mexiko-Stadt zudem alle Sportstätten, Kinos und Theater. Lokale durften nur Bestellungen für außer Haus annehmen. Die archäologischen Stätten im Land, darunter weltberühmte Bauwerke der Azteken und Maya, wurden bis auf weiteres geschlossen. Bei einer Parlamentssitzung trugen die Abgeordneten Atemmasken.

In den USA stieg die Zahl der bestätigten Erkrankungsfälle auf 66. Im Bundesstaat Kalifornien rief Gouverneur Arnold Schwarzenegger den Notstand aus, betonte aber, es bestehe kein Anlass zu Alarmismus. Im Bezirk Los Angeles überprüften die Behörden einen Todesfall, der möglicherweise in Zusammenhang mit der Schweinegrippe stehen könnte. In einem weiteren Todesfall wurde H1N1 als Ursache ausgeschlossen.

US-Präsident Barack Obama forderte den Kongress auf, rund anderthalb Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) zur Bekämpfung der Schweinegrippe zu bewilligen. Seine neue Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius beauftragte er nach ihrer Vereidigung am Dienstag damit, die Entwicklung der Schweinegrippe in den USA genau im Auge zu behalten.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag wurden drei Menschen aus Süddeutschland auf Schweinegrippe getestet. Bei den Betroffenen handele es sich unter anderem um ein Ehepaar, das kürzlich von einem Mexiko-Urlaub zurückgekehrt sei. Nach Informationen der „Augsburger Allgemeinen“ stand zudem ein Mexiko-Urlauber aus dem Raum Donauwörth in seinem Haus unter Quarantäne. In seinem Fall habe ein erster Schnelltest aber vorerst Entwarnung gegeben, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Donau-Ries.

In Hamburg wurde eine junge Frau mit Grippe-Symptomen nach ihrer Rückkehr von einer Mexiko-Reise isoliert und medikamentös behandelt, wie das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mitteilte. Untersuchungsergebnisse wurden für Mittwochmittag erwartet.

Als erstes zentralamerikanisches Land bestätigte Costa Rica zwei Krankheitsfälle. In Kanada stieg die Zahl der bestätigten Schweinegrippe-Infektionen von acht auf 13. Zuvor waren bereits Fälle in Neuseeland, Israel sowie in den EU-Mitgliedstaaten Spanien und Großbritannien bestätigt worden.

In Österreich war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine 28-Jährige mit dem Schweingrippe-Virus H1N1 infiziert, wie der Leiter des Wiener Universitätsinstituts für Virologie, Franz X. Heinz, nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA im Rundfunksender ORF sagte. Aus etlichen anderen Ländern wurden weitere Verdachtsfälle gemeldet, darunter Frankreich, Belgien, die Schweiz und Chile.

Die WHO berief für Mittwoch ein Treffen ein, bei dem Experten aus den betroffenen Ländern über die Schweinegrippe-Fälle informieren sollten. Außerdem sollte über Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus beraten werden.

afp