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Panorama Hochwasser: Brandenburg bangt und hofft
Nachrichten Panorama Hochwasser: Brandenburg bangt und hofft
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18:03 09.08.2010
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU, 3.v.l.), der Bürgermeister von Bad Muskau, Andreas Bender (4.v.l.) und der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU, 5.v.l.) in Bad Muskau.
Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU, 3.v.l.), der Bürgermeister von Bad Muskau, Andreas Bender (4.v.l.) und der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU, 5.v.l.) in Bad Muskau. Quelle: dpa
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Nervosität in Brandenburg, aber auch Hoffnung: „Wir halten die Situation für angespannt, aber beherrschbar“, sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Montag bei einem Besuch im Lausitzer Krisengebiet. Aus Sachsen rollte das Hochwasser in Neiße und Spree heran. Zwar wurde noch am selben Tag mit Katastrophenalarm gerechnet, wie Platzeck ankündigte. Trotz der dann geltenden Alarmstufe 4 seien aber keine größeren Schäden und Evakuierungen zu erwarten, meinte der Regierungschef. Damit dürfte die Mark - anders als Sachsen - glimpflich davonkommen.

Ein Grund dafür: die Generalsanierung des Spremberger Talsperre. Laut Platzeck ist die relativ leere Talsperre Spremberg „ein wahrer Glücksfall“. Sie erlaube es, das Hochwasser der Spree bis zu zweieinhalb Tage zurückzuhalten. Am Dienstagmorgen will Umweltministerin Anita Tack (Linke) das Auslaufbauwerk wieder öffnen, damit kontrolliert Wasser ablaufen kann.

Schwieriger ist die Situation an der Lausitzer Neiße. Bereits am Montagmittag wurde dort die höchste Alarmstufe 4 ausgerufen. Zunächst hatten die Experten im Hochwassermeldezentrum dies für den Abend erwartet. Kurz nach 13 Uhr wurde jedoch am Pegel Klein Bademeusel ein Wasserstand von 4,74 Meter gemessen, teilte das Hochwasserzentrum Cottbus mit. Damit war die Neiße in diesem Bereich seit Mitternacht um mehr als 1,90 Meter gestiegen.

„Das ist eine richtig heftige Geschichte, die da kommt“, meinte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude. So viel Wasser wie aktuell habe die Neiße zuletzt 1981 gehabt. Auf die Erfahrung von damals könne aufgebaut werden, zudem sei in den Deichbau investiert worden. „Aber die Deiche sind alt“, sagte Freude. Lange könnten sie dem Wasserdruck nicht standhalten, ist der Experte sicher.

„Ich hoffe aber, das Wasser ist in zwei Tagen durch.“ Dabei stützte sich der Experte auf Informationen aus Sachsen. Dort waren am Montagmorgen die Wassermassen der Neiße durch den zum Unesco-Welterbe gehörenden Pückler-Park in Bad Muskau an der sächsisch- brandenburgischen Grenze geflossen.

So geht Ministerpräsident Platzeck bislang auch nicht von Evakuierungen für die Städte Forst und Guben aus. Allenfalls das Krankenhaus in Guben sei betroffen, hieß es. Außerdem zeichnete sich für das 100-Einwohner-Dorf Pusack an der Neiße eine kritische Lage ab und es wurde vorsichtshalber ein Altenheim in Spremberg auf die Räumung vorbereitet.

Die Kommunen an Spree und Neiße waren allerdings auch für das Schlimmste gerüstet, hieß es. Insgesamt 400 000 Sandsäcke seien vom Landkreis Spree-Neiße und der Stadt Cottbus angefordert worden.

Die Lage an der Elbe ist laut Platzeck dagegen derzeit entspannt und wird voraussichtlich ungefährlich bleiben.

dpa